Amphi 2012: Kein Teufel und ein Hammerbär

Samstag

Wir haben Glück. Nicht mit dem Parkplatz in der Hostel-Tiefgarage, nein - der ist so eng wie immer. Aber wenigstens könne wir unser schlauchförmiges Zimmer gleich beziehen, ohne Zwischenstation bei Freunden machen zu müssen. Trotzdem reicht die Zeit nicht aus, um mich so aufzuhübschen, wie ich das will. Bösartige Zungen würden ja jetzt behaupten, das läge an meinem vorgerückten Alter – da braucht man nun mal mehr Spachtelmasse, um die Gräben zu füllen. Ich jedoch schiebe es auf die Medikamente: Mit dreißgseitigem Beipackzettel und fünfhundertfünfzig gelisteten Nebenwirkungen taugen die eigentlich immer als Sündenbock.
Wie auch immer, das Frisieren muss wegen akuter Zeitnot unterbleiben: Aus dem Munde des von Natur aus schönen Anhur quellen im Sekundentakt Wortfetzen wie „Taxi bestellen“,  „warten schon“ und „wollten los“. Um trotzdem nicht so wie immer auszusehen, klemme ich mir in aller Eile ein Paar Katzenohren an den Kopf. Die würde vermutlich nicht jeder mit Crossover-Knickerbockern, schweren New Rocks (leider die einzigen Stiefel, in die meine verstauchten Haxen gerade hineinpassen) und Geek-Shirt kombinieren, aber für einen gesunden Stilbruch bin ich dann doch immer wieder zu haben … und weg, Taxi bestellen, damit Modertier und die anderen, die los wollten, nicht noch länger warten müssen.

weiterlesen...