ACCEPT - Rise Of Chaos Festivals 2018

ACCEPT auf Festival-Tour? Begleitet von MONUMENT, REFUGE und ORDEN OGAN? Was für ein Billing. Das schreit nach Pflichtveranstaltung und einem metallisch-kulturellem Highlight!!! Also hieß es, nix wie buchen, ab nach Wiesbaden, dem mir bis dahin unbekannten Schlachthof einen Besuch abstatten und bei der Gelegenheit die ein oder andere Gerstenkaltschale vernichten. Oder zumindest anderen Leuten dabei zugucken und passiv genießen. Das ist zwar nicht ganz so spaßig, aber schont den strapazierten Geldbeutel. Da nimmt man doch fast gerne die rund eindreiviertelstündige Anfahrt aus dem beschaulichen Saarland in Kauf. Vor allem, wenn man nicht selbst fahren muss. An dieser Stelle nochmals: Herzlichen Dank an Matti! Das nächste Mal bin ich wieder dran...

Monument
15 Bilder
Refuge
10 Bilder
Orden Ogan
19 Bilder
Accept
24 Bilder
 
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MONUMENT stürmten pünktlich um 17.30 Uhr auf die Bühne, um einen ernergiegeladenen, dreißigminütigen Auftritt hinzulegen. Obgleich zunächst ohne funktionstüchtiges Mikrofon, sodass die ersten akustischen Attacken ohne gesangliche Untermalung auf das irritierte Auditorium trafen. Der verantwortliche Techniker bekam die Lage allerdings schnell wieder in den Griff. Zwar gewinnen die Briten grundsätzlich keinen Originalitätspreis, zu sehr ist ihr Material und insbesondere auch das Stageacting der Frontsirene Peter Ellis von den „Eisernen Jungfrauen“ respektive Bruce Dickinson „inspiriert“, das was die Jungs machen, geschieht allerdings auf hohem Niveau, merklich aus absoluter Überzeugung heraus und mit Hingabe. Deshalb: Daumen hoch! Kurzweilig, unterhaltsam und gut. Apropos MAIDEN: Man höre sich einmal „Bridge Too Far“ von MONUMENT an und führe sich das dazugehörige Video zu Gemüte. „Aces High“, ick hör‘ dir trapsen! Mehr jungfräuliche Klang- und Bildkunst geht eigentlich gar nicht. Liiiiive Tooo flyyyyyy...

Setliste Monument

  • Hellhound
  • Carry On
  • A Bridge Too Far
  • Attila
  • Wheels Of Steel
  • Lionheart

Aber kommen wir wieder zur Sache. Ein weiterer Hochkaräter folgte mit REFUGE alias „Tres Hobres“ alias „RAGE in Urbesetzung“ (O-Ton Peavy). Für mich als beinharter Fan der „Trapped“- und „The Missing Link“-Scheibletten stellte dies ein besonderes Schmankerl dar, zumal die Hälfte der gespielten Stücken von diesen beiden Kultalben stammte. Mit „The Man In The Ivory Tower“ und „From The Ashes“ schaften es nur zwei Stücke neueren Datums auf die Setliste. Aber auch die konnten sich hören lassen. Bei gutem, druckvollem und differenziertem Sound gaben die drei Szenen-Urgesteine ordentlich Gas, sodass die mittlerweile gut, aber nicht übermäßig gefüllte Halle optimal angeheizt wurde. Nur die Lichtshow ließ ein wenig zu wünschen übrig. Ein Traum in Rot, gelegentlich unterbrochen durch dezentes, weißes Scheinwerferlicht. Der Horror für jeden Fotografen. Aber zum Glück habe ich ja nur als Vertreter der „schreibenden Zunft“ partizipiert...  
Setliste Refuge

  • Don't Fear The Winter
  • The Man In The Ivory Tower
  • Enough Is Enough
  • Invisible Horizons
  • Nevermore
  • From The Ashes
  • Solitary Man
  • Refuge

Soundtechnisch nicht gerade Maßstäbe setzend, aber mit deutlich mehr Licht standen nach kurzer Umbaupause ORDEN OGAN auf den Brettern. Schlagzeug und Gesang viel zu dominant, die beiden Gitarren hingegen eindeutig zu leise abgemischt boten die Chefpiraten und Freizeitcowboys aus Arnsberg melodischen Powermetal vom Feinsten. Sänger Seeb, der aufgrund einer noch nicht vollständig ausgeheilten Daumenfraktur seine Gitarre vorübergehend an den Nagel hängen musste, verstand es, die Meute zum Mitschunkeln zu animieren. Seine Ansagen der Marke „Headbangen für Haarlose“ zeigen meiner persönlichen Meinung nach jedoch allmählich gewisse Abnutzungserscheinungen, zumal ich diese bereits vor fünf Jahren an gleicher Stelle zu hören bekam... Aus genanntem Grund wechselte Bassist Niels Löffler kurzerhand an die Klampfe, wobei er einen ausgezeichneten Job ablieferte. Hut ab! Ein solider Auftritt, wobei ORDEN OGAN für meinen Geschmack stimmungsmäßig ein wenig hinter ihren Möglichkeiten zurückblieben.
   
Setliste Orden Ogan

  • Intro: Orden Ogan
  • To New Shores Of Sadness
  • F.E.V.E.R.
  • Gunman
  • Deaf Among The Blind
  • Sorrow Is Your Tale
  • We Are Pirates
  • Come With Me To The Other Side
  • Forlorn And Forsaken
  • The Things We Believe In

Was soll man zu ACCEPT bitteschön noch schreiben, die gegenwärtig ihren subjektiv empfundenen 25. Frühling durchleben? Alles andere als zum alten Eisen gehörend räumte das teutonische Metal-Flagschiff nach allen Regeln der Kunst ab. Insbesondere Gitarrist und Grinsebär Wolf Hoffmann strahlte gute Laune und Enthusiasmus bis zum Abwinken aus, der sich mühelos auf das Publikum übertrug. Mark Tornillo brachte sowohl das alte als auch neue Material überzeugend rüber (Wer war doch gleich Udo Dirkschneider?), wobei sich die Stücke vom aktuellen Album „The Rise Of Chaos“ nahtlos in die von Klassikern gespickte Setliste einfügten.


Setliste Accept

  • Die By The Sword
  • Stalingrad
  • Restless And Wild
  • Pandemic
  • Koolaid
  • No Regrets
  • Analog Man
  • Final Journey
  • Princess Of The Dawn
  • Monster Man
  • Metal Heart
  • Teutonic Terror
  • Fast As A Shark
  • Stampede
  • Balls To The Wall
  • I'm A Rebel

Artikel: Brausi

Fotos: Anhur

Brausi
  • Autor: Brausi