X. Amphi Festival 2014 in Köln

Zum 10. mal jährte sich am 26. und 27 Juli 2014 nun schon das Amphifestival in Köln. Zehn Jahr dunkles Treiben rund um den Tanzbrunnen herum. Ob dieser Anlass Grund genug war ein ganz besonderes Amphifestival feiern zu können haben wir uns einmal angeschaut.

Zuerst einmal aber noch herzlichen Dank an Stefan von Wave of Darkness und Schamass (Impressionen) von Eye-Dex Pictures (Facebook), die beide noch so einige Fotos für die Galerien beisteuerten.

Impressionen
44 Bilder
Aesthetic Perfection
6 Bilder
Apoptygma Berzerk
7 Bilder
Blutengel
6 Bilder
 
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Blick von der Met-Lounge auf die Hauptbühne

Untergekommen in einem nicht sehr weit weg gelegenen Hotel und bereits am Freitag angereist war die "Anreise" zum Tanzbrunnen zu Fuß sehr entspannt und in knapp 20 Minuten erledigt. Da das Hotel zu gemütlich und das Frühstück zu gut war,  reichte es jedoch dennoch nicht, um pünktlich zum Start auf dem Gelände zu sein. So ging es den "Juggernauts" wie es den Eröffnungsband so oft ergeht, dass sie einfach verpasst wurden. Immerhin konnten wir dem Gewummere der basslastigen Belgier ein wenig während des Anmarschs lauschen.

Erster auffälliger Punkt war, dass der X-Tra-X Shop inmitten des Brunnens verschwunden war und durch eine große Met-Lounge mit einer Menge Sitzplätze und bestem Blick auf die Hauptbühne ersetzt wurde. Dafür gibt es erst mal einen Daumen hoch. War der Shop bei Kaufwilligen stets sehr beliebt, musste man nun feststellen, dass diese Fläche für Festivalbesucher, die eher wegen des Wohlfühlfaktors und des Musikgenusses wegen an den Tanzbrunnen kommen, verschwendet war. Einziger Wermutstropfen hier war, dass es wirklich nur Met auf dieser Fläche gab. Kein Kaffee, kein Bier (bzw. Kölsch) oder Antialkoholisches. Dafür musste man dann eben ein paar Meter weiter pilgern.

Dies war aber auch schon die einzige große Änderung zum X. Amphi Festival.

Mein persönlicher musikalischer Höhepunkt des X. Amphi Festivals: Janus

Das Programm an den beiden Tagen war wie man es auch schon von vergangenen Amphis gewohnt war abwechslungsreich gehalten.

Auf den drei Bühnen stand ein Gemisch verschiedenster Acts, die der dunklen Szene zugeordnet sind. Im Staatenhaus verstärkt die eher elektronisch angehauchten Künstler, auf der Hauptbühne eher die mittelalterlichen, Gothrock- und einige Elektro Acts, während man im Theater entspannt vor der Bühne in einem voll bestuhlten Saal diversen Lesungen, einem Comedyact (Der Tod - Death Comedy) und verschiedenen Acoustic Sets lauschen konnte, bevor das Theater für die bis um 4 Uhr in der früh dauernden Party umgebaut wurde.

Echte Höhepunkte, auf die man zum 10. jährigen hoffen konnte, gab es leider so gut wie nicht. Viele Bands waren die gleichen wie im Jahr und/oder zwei oder drei Jahre zuvor.

Das einzig echte Highlight war für mich der Auftritt von Janus. Dies ist sicherlich auch dem Umstand geschuldet, dass man Janus in den letzten Jahren wenig bis gar nicht auf einer Bühne finden konnte, aber auch dass den beiden Herren mit Unterstützung ihrer Begleitmusiker ein nahezu perfekter Auftritt gelang. Vermutlich hätten sie auch noch Stunden weiter spielen dürfen und es wäre immer wieder nach einer Verlängerung gerufen worden. So war es auch nicht verwunderlich, dass das Theater bei beiden Janus-Vorstellungen bis zum Platzen gefüllt war.

Einen kleinen musikalischen blauen Fleck musste das Amphi hin nehmen. Während des Auftritts von Front 242 versagte die Technik versagte und so dauerte der Set nach Behebung der Panne leider nicht mehr sehr lange - nach 22:00 Uhr durfte die Hauptbühne nicht mehr mit Musik versorgt werden. Hier hatte aber nicht die Amphiorganisation Schuld, sondern offenbar die Band selbst, die unbedingt mit ihrem eigenen Mischpult aufspielen wollten, das dann frühzeitig den Dienst verweigerte. Glücklicherweise waren die Amphitechniker aber in der Lage, das ganze recht zügig wieder in Gang zu setzen, so dass der Auftritt wenigstens noch teilweise genossen werden konnte.

Kleines Fazit

Wie alle Jahre war das Amphi wieder schön.

Viele Freunde und alte Bekannte wieder getroffen, ein paar neue nette Leute kennengelernt und eine Menge Spaß gehabt.

Dass auf der Plattform im Brunnen die Met Lounge eröffnet wurde, ist mit Sicherheit ein Gewinn. Hoffentlich wird das in den kommenden Jahren so bleiben. Wenn dann noch das Getränkeangebot auf der Plattform selbst verbessert wird ist das Ganze nahe an perfekt. Bedienungen wären dann in diesem Bereich noch toll ... schließlich werden viele Besucher ja nicht jünger ;-)

Aus musikalischer Sicht kann man nicht wirklich meckern. Ein wenig mehr Abwechslung über die Jahre gesehen würde mir gut gefallen. Das kann sich ein Festival dieser Größe aber vermutlich kaum leisten, gibt es ja doch nur wenige echte Zugpferde in der Szene.
Manchmal verwunderte mich die Reihenfolge der aufspielenden Bands ein wenig ... Corvus Corax, Hocico, Blutengel, Front 242 ... nun gut vielleicht ist es ja auch absichtlich so gemacht, damit sich das Publikum vor der Hauptbühne ab und zu austauscht.

Wenn ab und zu mal eine unbekannter Band mehr in das LineUp rutschen würde (und nicht nur als Opener) fände ich das der Abwechslung wegen sehr spannend ... und wer weiß, vielleicht entwickelt sich dann ja auch einmal ein neuer Headliner.

Das Festival selbst ist auf diesem Gelände einfach gemütlich, ja schon beinahe einladend für einen Ausflug mit der ganzen Familie. Einzig die Preise an den Versorgungsständchen schrecken ab und zu ein wenig. Aber auch dieser Umstand hängt vermutlich einfach davon ab, das Köln selbst nicht das günstigste Pflaster Deutschlands ist.

Alles in allem bin ich nach diesem Wochenende wieder sehr zufrieden. Für die Planung des kommenden Jahres ist der Amphi Termin zumindest schon einmal wieder im Kalender eingetragen.

Fotos: Anhur, Schamass (Eye-Dex Pictures), Stefan (Wave of Darkness)

Artikel: Anhur

Anhur
  • Autor: Anhur