Metal Carnival am 19. Februar 2012 in der Garage

Bereits zum zweiten Mal lud die Saarbrücker Garage zum Metal Carnival, um eine nette Alternative zum ordinären „närrischen Treiben“ zu bieten. Mit GRAVETYINFINIGHTGODSLAVE und POWERWOLF waren ausschließlich regionale Bands am Start, die es ordentlich krachen ließen.

Gravety / Metal Carnival 2012
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Infinight / Metal Carnival
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Godslave / Metal Carnival 2012
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Powerwolf / Metal Carnival
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Zunächst eröffneten die Frischlinge von GRAVETY mit ihrem interessanten Stilmix aus Thrash- und Doom Metal den noch jungen Abend, um ihr in Kürze erscheinendes Debut livehaftig vorzustellen. Nimmt man ihre Bühnenpräsenz als Maßstab, hatte man allerdings das Gefühl, die Jungs wären schon länger im Geschäft. Die überwiegend sehr guten Resonanzen des Publikums trugen dazu bei, dass die Jungs zunehmend aus sich herauskamen und ihre anfängliche Zurückhaltung ablegten. Übrigens kündigte Sänger Kevin für den 08. März eine Pre-Release-Party im Kleinen Klub der Garage an, bei der auch Paul Di’Anno, seines Zeichens Ur-Sänger von Iron Maiden, anwesend sein wird! 

Weiter ging es mit Power Metal à la INFINIGHT. Stimmungsmäßig setzte man noch einen drauf und zog das Auditorium schnell auf seine Seite. Besonders hervorzuheben ist die Leistung von Martin Klein, der sich einmal mehr als charismatischer Frontmann mit toller Stimme entpuppte. Als Höhepunkt des Auftritts bot man den Guns N‘ Roses-Gassenhauer „Paradise City“ dar, wobei Klein stimmlich überraschend nahe am Original lag. Schließlich räumte man nach dem obligatorischen Rausschmeißer „Here To Conquer“ die Bühne und überließ den Thrashern GODSLAVE das Feld. 

Sicherlich haben sich die Liveaktivitäten von GODSLAVE in der jüngeren Vergangenheit mit dem Erscheinen von „Into The Black“ intensiviert. Anders lässt es sich aus meiner Sich nämlich nicht erklären, dass die Jungs ein dermaßen selbstsicheres und im positiven Sinne routiniertes Auftreten an den Tag legen. Eindrucksvoll zeigte die Band, wo der traditionelle Thrash-Hammer hängt und stellte mit einer gehörigen Portion Feuer im Hintern unter Beweis, dass sie diese Spielart des Metal zu zelebrieren versteht, wie die ganz großen Vertreter des Genres. Hut ab!

Ich liebe POWERWOLF! Und da scheine ich nicht der einzige zu sein. Abgesehen von der absolut genialen Mucke verstehen es die Wölfe, mit ihrem augenzwinkernden Humor und einer überragenden Live-Performance zu punkten. Es kommt nicht von ungefähr, dass ihr aktuelles Album „Blood Of The Saints“ im Metal Hammer zur Scheibe und die Band selbst zum Aufsteiger des Jahres 2011 gekürt wurde. Auch an diesem Abend sorgten POWERWOLF währen ihres Heimspiels für frenetischen Jubel und räumten standardmäßig ab. Eine besonders coole Geste der Band war es, sich umfangreich bei den anwesenden Hardcore-Fans aus der ersten Reihe zu bedanken, welche ihnen anlässlich einiger Konzerte sogar nach Russland folgten. Wahnsinn! 
 
Setliste Powerwolf

  1. Intro: Agnus Dei
  2. Sanctified With Dynamite 
  3. Prayer In The Dark 
  4. Raise Your Fist, Evangelist 
  5. We Drink Your Blood 
  6. Catholic In The Morning... Satanist At Night 
  7. Werewolfs Of Armenia
  8. All We Need Is Blood 
  9. Dead Boys Don't Cry
  10. Drumsolo
  11. We Take It From The Living
  12. Phantom Of The Funeral
  13. Resurrection By Erection 
  14. Saturday Satan
  15. Lupus Dei

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  1. St. Satans Day
  2. In Blood We Trust 
  3. Moscow After Dark
    Outro: Wolves Against The World



Ein rundum gelungenes Konzert. Der Abend verdeutlichte, dass die aufstrebende saarländische Szene stilübergreifend Perlen zu bieten hat, welche auch im Hinblick auf ihre überregionale Konkurrenz locker mitzuhalten in der Lage sind. Im Falle POWERWOLF mischt man mittlerweile sogar auf internationaler Ebene mit! Abgerundet wurde das ganze durch eine vorzügliche Lichtshow, in deren Genuss man durchweg bei allen Bands kam, und den mehr als fairen Ticket-Preis, welcher mit 16,50 € im absolut fanfreundlichen Bereich lag. Bleibt zu hoffen, dass auch zukünftig vergleichbare Folgeveranstaltungen stattfinden, um metallischen Karnevalsmuffeln das zu geben, was sie brauchen: Harte Live-Beschallung und kurzweilige Unterhaltung auf verdammt hohem Niveau jenseits von Kamelle, Konfetti und Büttenreden. Amen!

Brausi
  • Autor: Brausi