Headbangers Ball Tour 2017

Mit neuen Rekorden hinsichtlich der Zuschauerzahlen konnte die Headbangers Ball Tour 2017 in Saarbrücken mit ihrem vorletzen der insgesamt 17 geplanten Auftritte wahrlich nicht glänzen. Aber wie heißt es doch so schön: Klasse statt Masse. Soll heißen, auch relativ Wenige können für viel Krach und gute Stimmung sorgen. Und die gab es auf dem mit DESERTED FEAR, INSOMNIUM, OVERKILL und RETURN TO ROOTS stilistisch sehr abwechslungsreich zusammengestellten Billing zuhauf.

Desperated Fear
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Insomnium
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Overkill
18 Bilder
Roots
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Um 18.20 Uhr, geschlagene zehn Minuten vor dem ursprünglich angekündigten Konzertbeginn, legte das Todeskommando DESERTED FEAR in der spärlich gefüllten Garage los. Unbeeindruckt dessen knüppelten sich die vier Thüringer souverän bei ausgezeichnetem Licht und gutem Sound durch die kommenden vierzig Minuten. Dabei vergaß man nicht, sich bei OVERKILL für „leckere Pizza“ und den Jungs von INSOMNIUM anlässlich ausgiebiger Feiern im Nightliner zu bedanken. Eine Geste, welche die gute Chemie der Tourbands untereinander zu unterstreichen schien. Starker Auftritt, Jungs!

 

 

Noch immer tödlich, allerdings deutlich melodisch-atmosphärischer, ging es bei INSOMNIUM zu. Die Finnen überzeugten live einmal mehr mit permanent geschütteltem Haupthaar, bärenstarkem Material, das irgendwo in der Schnittmenge zwischen Amorphis, Sentenced und Dark Tranquility einzuordnen wäre, und sympathischen, ansatzweise deutschsprachigen Ansagen. Dankeschön, bitteschön...     

Setliste Insomnium

  • The Primeval Dark 
  • While We Sleep 
  • Unsung 
  • The Killjoy 
  • Revelation 
  • Weather The Storm 
  • Down With The Sun 
  • Ephemeral 
  • One For Sorrow 

Selbst wenn sie es wollten, ich glaube OVERKILL wären gar nicht in der Lage, schlechte Auftritte hinzulegen. Die Thrash-Veteranen bliesen von der um mehrere Aufsteller sowie Transparente erweiterten Bühne auch heute schlicht und ergreifend alles weg und sorgten für ausgiebige Moshpits in der mittlerweile besser gefüllten Garage. OVERKILL kamen, sahen und siegten. Ich selbst kam auch! Erstmals zu „Rotten To The Core“ und im Folgenden noch öfter, so beispielsweise bei „Old-School-Klassikern wie „Hello From The Gutter“, „Wrecking Crew“ oder „Elimination“. Es geht doch nichts über multible Ohrgasmen. Als der Stimmung zuträglich erwiesen sich auch Bobbys kernige Ansagen wie „I can smell you, but I can’t hear you!“ Fazit: OVERKILL waren einmal mehr ein wahrer Genuss für Augen, Ohren und, ähhh Nase... Echt dufte eben. Aber warum zum Teufel eigentlich nicht Headliner??????

Setliste Overkill

  • Mean, Green, Killing Machine 
  • Rotten To The Core 
  • Electric Rattlesnake 
  • Hello From The Gutter 
  • Wrecking Crew
  • Goddamn Trouble 
  • Ironbound 
  • Elimination 
  • Fuck You 

Bei ihrem Projekt „RETURN TO ROOTS“ besinnen sich die wiedervereinten Cavalera-Brüder Max und Igor live schwerpunktmäßig auf das 1996 noch unter dem Sepultura-Banner veröffentlichte Material der „Roots“-Scheiblette. Für viele Fans das Nonplusultra, für mich persönlich der Grund, Sepultura damals den Rücken zu kehren, zumal die Band verstärkt auf brasilianische Rhythmen sowie Perkussion und zunehmende Hardcore-Elemente baute. Nichts für meine Ohren. Vor diesem Hintergrund erwartete ich natürlich keineswegs, von RETURN TO ROOTS bekehrt bzw. vom Hocker gehauen zu werden. Ich ließ das Ganze über mich ergehen und erlebte, wie um mich herum ca. 95% der Anwesenden amtlich steil gingen und die Musiker abfeierten. Die restlichen 5% waren vermutlich auf dem Klo oder schlossen sich meiner bereits aufgeführten Meinung an. Vielleicht auch beides in Kombination. Wer weiß das schon...

Setliste Max and Igor Cavalera (Return To Roots)

  • Roots Bloody Roots 
  • Attitude 
  • Cut-Throat 
  • Ratamahatta 
  • Breed Apart 
  • Straighthate 
  • Spit 
  • Lookaway 
  • Born Stubborn 
  • Itsári 
  • Ambush 
  • Drum Jam 
  • Dictatorshit 
  • Excruciating 

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  • Ace Of Spades 
  • Roots Bloody Roots (fast version) 

Artikel: Brausi

Fotos: Anhur

Brausi
  • Autor: Brausi