Thrashfest Classics 2011

Auf den Tag genau vor einem Jahr legte das Thrashfest am 30. November bereits einen gut in Erinnerung gebliebenen Zwischenstopp in der Garage ein. Dieses Mal allerdings ließen sich die Veranstalter mit dem Zusatz „Classics“ für die aktuelle Tour etwas ganz Besonderes einfallen, um zahlreiche Old-School-Herzen höher schlagen zu lassen. So spielten alle teilnehmenden Bands ausschließlich Thrash-Klassiker aus der Blütezeit des Genres. SEPULTURA konzentrierten sich ausschließlich auf das Material von „Beneath The Remains“, „Arise“ und „Chaos A.D.“, EXODUS auf „Bonded By Blood“, „Pleasure Of The Flesh“ sowie „Fabolous Disaster“, DESTRUCTION auf die Alben „Sentence Of Death“ und „Infernal Overkill“, HEATHEN kamen mit Songs von den „Breaking The Silence“- und „Victims Of Deception“-Scheiben daher und schließlich MORTAL SIN mit Wohlklängen von „Mayhemic Destruction als auch „Face Of Despair“. Der Abend versprach ein wahrer Ohrenschmaus zu werden… Und er hielt Wort!  

Mortal Sin auf dem Trashfest
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Heathen auf dem Trash Fest Classic 2011
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Destruction auf dem Trash Fest Classic 2011
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Sepultura auf dem Trash Fest Classic 2011
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Exodus auf dem Trash Fest Classic 2011
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Positiv fiel bereits bei MORTAL SIN auf, dass man selbst bei den „kleineren“ Bands der Tour weder beim Sound, welcher mit Ausnahme von DESTRUCTION durchweg gut und differenziert war, noch mit der Lichtshow geizte. Das erfreute nicht nur Ohren, sondern auch Augen des gemeinen Fans. Der Opener betrat gegen 17.15 Uhr die Bühne und heizte mit Songs wie „Blood Death Hatred“, „I Am Immortal“ und „Mayhemic Destruction“ ordentlich ein. Hierbei tat sich besonders Sänger Mat Maurer hervor, der es in Perfektion beherrschte, parallel zum Singen zu Bangen, dass die Läuse flogen. Hut ab! Schade nur für die spielfreudigen Australier, dass sich zu Beginn der 30-minütigen Show großzügig geschätzt nur etwa 50 Nasen im Zuschauerraum einfanden.   


Im direkten Vergleich mit dem Vorgänger wirkten HEATHEN mit ‚Ausnahme von Basser Jon Torres zunächst ein wenig hüftsteif, was sich im Laufe des Gigs allerdings gab. HEATHEN wussten mit ihrem, im Vergleich zu den übrigen Bands melodischerem Stil zu punkten. In Sachen Ausstrahlung und Fannähe macht insbesondere Sänger David White eh so schnell keiner was vor. Nach dem letzten Song krabbelte der Sympathieträger über die Absperrung in den mittlerweile gut gefüllten Zuschauerraum, um abzuklatschen, Hände zu schütteln und Autogramme zu geben. Coole Geste. Für mich zählten HEATHEN eindeutig zu den Gewinnern des Abends.

Setliste Heathen

  • Pray For Death
  • Goblin's Blade
  • Open The Grave
  • Hypnotized
  • Opiate Of The Masses
  • Mercy Is No Virtue
  • Death By Hanging

Nicht nur meine Wenigkeit war vom teutonischen Szenenurgestein DESTRUCTION doch ein wenig enttäuscht, was nicht zuletzt auch an dem viel zu lauten und übersteuerten Sound gelegen haben dürfte. Schlagzeug und Gesang waren nur unter Anstrengungen wahrnehmbar, während ein Klangbrei aus Gitarre und Bass die Lauscher malträtierte. Schade, denn normalerweise sind die Livequalitäten des Kulttrios eigentlich über jeden Zweifel erhaben. Immerhin schafften es Schmier und seine Mannen dank „Mad Butcher“ für die ersten heftigeren Moshpits des Abends zu sorgen.


 
Setliste Destruction

  • Total Desaster
  • Satan's Vengeance
  • Mad Butcher
  • Black Mass  
  • Antichrist
  • Invincible Force
  • The Ritual
  • Thrash Attack
  • Eternal Ban
  • Bestial Invasion
  • Curse The Gods

Eloy Casagrande stellt als Neuzugang am Schlagzeug für SEPULTURA definitiv einen Gewinn dar. Der junge Mann verprügelte sein Kit dermaßen enthusiastisch und präzise, dass es eine wahre Augenweide war. Ebenfalls hervor tat sich Fronthüne Derrick Green, der mit deutschsprachigen Einlagen überraschte. Den  fehlgeschlagenen Versuch, sich eine aus dem Publikum zugeworfene Nikolausmütze überzustülpen, kommentierte Green z.B. schulterzuckend mit der Bemerkung, er habe nun mal einen „Dickkopf“. Mit ihrer traumhaften Songauswahl sorgte die Band dafür, dass sich Moshpit- und Crowdsurf-Fetischisten nicht lumpen ließen und ordentlich Stimmung machten. Für den größten Teil der angereisten Mattenschwinger waren SEPULTURA augenscheinlich die Band des Abends.  

Setliste Sepultura

  • Beneath The Remains
  • Refuse/Resist
  • Dead Embryonic Cells
  • Desperate Cry
  • Amen
  • Mass Hypnosis
  • We Who Are Not As Others
  • Altered State
  • Infected Voice
  • Subtractiont
  • Inner Self
  • Territory
  • Arise

Trotz wie gewohnt energiegeladener Performance kamen EXODUS stimmungsmäßig nicht ganz an SEPULTURA heran. Nichtsdestotrotz legten die Amerikaner um Brüllwürfel Rob Dukes einen überdurchschnittlichen, souveränen Auftritt hin und schmettern ihre Thrash-Granaten in die Menge. Lee Altus, der sowohl bei HEATHEN als auch bei EXODUS die Klampfe schwingt, war die abendliche Doppelbelastung absolut nicht anzumerken, sodass der Gitarrist mit ausgeprägten Bangeinlagen glänzen konnte. Auch Gary Holt (Gitarre) und Jack Gibson (Bass) zeigten keinerlei Alterserscheinungen und fegten wie die Derwische über die Bühne.

Setliste Exodus

  • The Last Act of Defiance
  • Exodus
  • Fabulous Disaster
  • Brain Dead
  • A Lesson In Violence
  • Chemi-Kill
  • Pleasures of the Flesh
  • Piranha
  • Metal Command
  • And Then There Were None
  • Bonded By Blood
  • The Toxic Waltz
  • Strike Of The Beast
Brausi
  • Autor: Brausi