An Evening With AMON AMARTH – 20th Anniversary Show

Seit nunmehr 20 Jahren schmettert der „tolkiensche Schicksalsberg“  AMON AMARTH seine Death-Metal-Hymnen in die Weltgeschichte. Anlässlich dieses denkwürdigen Ereignisses ließen es sich die Nordmänner Johan Hegg (Gesang), Olavi Mikkonen und Johan Söderberg (beide Gitarre), Ted Lundström (Bass) sowie Felldrescher Fredrik Andersson nicht nehmen, fünf speziell angesetzte Jubiläumsshows zu spielen, um gemeinsam mit ihrer ständig wachsenden Fangemeinde zu feiern. Station machten die Schweden dabei in Chemnitz, Warschau, Hamburg, Utrecht und am 14. August in der Saarbrücker Garage.

 

So voll habe ich die Garage noch nicht erlebt. Und das hatte absolut nichts mit übermäßigem Alkoholkonsum zu tun, sondern vielmehr mit der Tatsache, dass der Laden total ausverkauft war. Die sommerlich hohen Außentemperaturen trugen ihr Übriges dazu bei, den musikalischen Abend in gepflegter Saunaatmosphäre genießen zu können. So kündigte sich bereits vor den ersten Klängen eine garantiert schweißtreibende Show an.

Ich persönlich fand die Idee, auf Vorbands zu verzichten, um den Fokus auf die eigenen Werke zu legen, sehr gelungen. Anstatt einen Anheizer zu verpflichten prügelten sich AMON AMARTH durch zwei komplette Sets, welche mit insgesamt 23 Songs die gesamte Schaffensphase aus zwei Jahrzehnten Bandgeschichte abdeckten und eine amtliche Vollbedienung bescherten.

Los ging es nach dem obligatorischen Bombast-Intro mit „War Of The Gods“, dem Opener der aktuellen Scheiblette „Surtur Rising“. Die Bühnendeko zeigte verschiedene Elemente des Albumcovers, wobei auf dem Backdrop der überdimensional abgebildete Feuerriese Surt höchstpersönlich für umfangreiche Hitzewallungen sorgte. Der Schweiß lief beim begeisterten, eng zusammengekuschelt stehenden Auditorium jedenfalls in Strömen und der Hallenboden war ob der hohen Luftfeuchtigkeit flächendeckend total nass! Unglaublich.

Nachdem insbesondere der Gitarrensound phasenweise ein wenig breiig rüberkam, lieferte der Knöpfchendreher am Mischpult nach den ersten Liedern glücklicherweise doch noch einen akzeptablen Job ab, sodass man Mikkonen und Söderberg differenzierter heraushören konnte. Lichttechnisch fuhr man keine größeren Kaliber auf, was am sehr hohen Qualitäts- und Stimmungslevel des Auftritts jedoch nichts änderte. Im Vergleich zu Events ähnlicher Größenordnung ging aus meiner Sicht dieser Aspekt auch im Hinblick auf die relativ humanen Eintrittspreise von rund 28 Euronen absolut in Ordnung. Letztendlich konzentrierten sich die Musiker auf das, was wirklich zählt. Authentische Spielfreude satt, eine Bühnenpräsenz, die nur schwer zu toppen ist und eine vor Hitdichte glänzende Setliste. Besonders Fronthüne und Ultrasympathikus Hegg kommunizierte ausführlich mit dem Publikum, zum Teil sogar auf Deutsch, dem er ausführlich mit seinem Methorn zuprostete. Zudem schienen die Herren auf der Bühne einen Weltrekord im Dauer-Parallel-Kreis-Bangen aufstellen zu wollen. Fliegende Haare soweit das Auge reichte!

Zu „Where Silent Gods Stand Guard“ enterten schwergerüstete Nordkrieger die Plattform und unterstützten ihre Brüder der Schlacht, indem sie Schwerter, Speere und Äxte im Rhythmus gegen die Schilder schlugen. War sehr nett anzusehen! Der Klassiker „Victorious March“ stellte einen der absoluten Stimmungshöhepunkte dar, bevor AMON AMARTH die Bretter für eine etwa zehnminütige Pause verließen, um sich selbst und dem bestens aufgeheizten Fans eine kurze Verschnaufpause zu gönnen. Anschließend stiegen die Wikinger mit „Twilight Of The Thunder God“ grandios in den zweiten Teil des Sets ein und riefen mit „The Last With Pagan Blood“ erste Crowdsurfer auf den Plan. Nach einer weiteren Portion melodischen Death Metals beendete „Guardians Of Asgaard“ wiederum begleitet von bewaffneten Nordmännern als einzige Zugabe ein rundum gelungenes Konzert. Danach hieß es für die erschöpfte, aber rundum glückliche Zuhörerschaft, volltranspirierte Klamotten auswringen und ab nach Hause. Liebe Jungs von AMON AMARTH, auf die nächsten 20 Jahre! Skål!!!
 

Setliste Amon Amarth

  1. Intro
  2. War Of The Gods
  3. Masters Of War
  4. Destroyer Of The Universe
  5. Friends Of The Suncross
  6. Hermod's Ride To Hel - Lokes Treachery, Part 1
  7. Sorrow Throughout The Nine Worlds
  8. The Fate Of Norns
  9. Thor Arise
  10. Where Silent Gods Stand Guard
  11. For Victory Or Death
  12. Victorious March
  13. Twilight Of The Thunder God
  14. The Last With Pagan Blood
  15. Varyags Of Miklagaard
  16. The Arrival Of The Fimbul Winter
  17. The Hero
  18. Live For The Kill
  19. Prediction Of Warfare
  20. The Pursuit Of Vikings
  21. Runes To My Memory
  22. Cry Of The Black Birds
  23. Death In Fire

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  1. Guardians Of Asgaard