Jomsviking European Tour 2016/17

Hilfe, die Wikinger kommen!!! Zwar nicht, wie in den guten alten Zeiten, um zu plündern und brandschatzen, aber immerhin. Heutzutage hat man auch im hohen Norden sozialverträglichere Optionen gefunden, um sich zünftig zu amüsieren. So auch am 04. April in der Saarlandhalle, wobei AMON AMARTH zum akustischen Sturm auf die Landeshauptstadt ansetzten. Die Auswahl dieser im Vergleich zur Garage wesentlich größeren Lokation war wohl dem Umstand geschuldet, dass letztere während des 2012er Abstechers der Band zur „20th Anniversary Show” kapazitätstechnisch aus allen Nähten platzte.

Omnium Gatherum
21 Bilder
Dark Tranquillity
19 Bilder
Amon Amarth
24 Bilder
 
Zeige Alben 1 bis 3 von 3
 

Mir persönlich tönen die spielfreudigen OMNIUM GATHERUM ehrlich gesagt ein Bisschen zu „poppig“, dennoch wurden die Finnen Ihrer Rolle als Anheizer absolut gerecht. Die Combo um INSOMNIUM-Gitarrist Markus Vanhala legte bei für einen Opener auffallend guter Lichtshow mit ihrem melodischen Death Metal amtlich los und zog das Publikum schnell auf ihre Seite. Ohne Wenn und Aber muss man hier eine gute Leistung attestieren.

Setliste Omnium Gatherum:

  • The Pit
  • Skyline
  • Frontiers
  • The Sonic Sign
  • New World Shadows
  • New Dynamic

Einen kleinen Fauxpas leistete sich Mikael Stanne, seines Zeichens Frontsympath von DARK TRANQUILLITY, indem er sein lückenhaftes Gedächtnis mit der Ansage „Hello Saarbrücken. This ist the first Time for us to play here“ unter Beweis stellte. Nix „first“, sondern mindestens „second“, denn zuletzt schlugen die Schweden als Headliner der Neckbreakersball-Tour im Jahre 2011 in der Garage auf (siehe entsprechender Fotos-der-Nacht-Bericht). Ich war Zeuge! Aber Schwamm drüber. Damals stand DARK TRANQUILLITY allerdings noch in alter Formation auf der Bühne, da sich das Besetzungskarussell zwischenzeitlich kräftig gedreht hat. Seit 2016 hat Anders Iwers den Bass von Martin Hendriksson übernommen. Zumindest für diese Tour verpflichtete man darüber hinaus als Ersatzgitarristen Johan Reinholdz (Andromeda, Skyfire) und niemand geringeren als Christopher Amott (Armageddon, Ex-Arch Enemy). Beide machten ihre Sache bemerkenswert gut, sodass der Gig zum vielumjubelten Siegeszug für die Melodic-Death-Urgesteine aus Göteborg wurde.

Setliste Dark Tranquillity:

  • Force Of Hand
  • The Lesser Faith
  • Atoma
  • The Science Of Noise
  • Forward Momentum
  • Terminus (Where Death Is Most Alive)
  • Clearing Skies
  • The Pitiless
  • The Wonders At Your Feet
  • Misery's Crown

Nach der Umbaupause und kurzem Intro betrat zunächst Neuschlagzeuger Jocke Wallgren die Bühne, um sich auf dem als Wikingerhelm gestalteten Drumriser zu platzieren. Dann verteilten sich die restlichen Bandmitglieder strategisch günstig auf der großen AMON AMARTH-Bühne, um amtlich mit „The Pursuit Of Vikings“ loszulegen. Netterweise sorgte die Security für die Einhaltung eines angemessenen Sicherheitsabstandes zur Bühne und machte rechtzeitig auf den folgenden Einsatz umfangreicher Pyrotechnik aufmerksam, damit die knipsende Zunft im Fotograben ihrer Gesichtsbehaarung nicht durch Brandrodung beraubt wurde. Zahlreiche, meterhohe Feuersäulen sorgten für einen heißen Auftritt, der auch optisch zweifelsohne Einiges zu bieten hatte.  

Zu „Way Of The Vikings“ betraten erstmals zwei gerüstete Krieger die Bretter, um sich gegenseitig intensiv mit Schwertern und Schilden zu bearbeiten. Ein Wiedersehn gab es später noch bei „Tattered Banners And Bloody Flags“, wobei die beiden Nordmänner mit Runen verzierte Banner schwenkten, und „One Thousand Burning Arrows“. Textbegleitend begab man sich in Gefechtsstellung, um mit gespannten Bögen auf imaginäre Ziele in der Halle zu zielen. Großes Kino, geile Show!

Ansonsten blieb, im absolut positiven Sinne, eigentlich alles beim Alten. Eine äußerst kurzweilige Unterhaltung auf verdammt hohem Niveau bei sehr gutem, transparentem Sound. AMON AMARTH wirkten bestens aufeinander eingespielt und hinterließen glückliche Fanscharen, die nach dem Rausschmeißer „Twilight Of The Thunder God“ und dem Einsatz einer riesigen, aufblasbaren Midgardschlange erschöpft aber glücklich mit ihren Drachenschiffen gen Heimat segelten. Oder nahmen sie doch das ordinäre Auto? Man weiß es nicht...

Setliste Amon Amarth:

  • The Pursuit Of Vikings
  • As Loke Falls
  • First Kill
  • The Way Of Vikings
  • At Dawn's First Light
  • Cry Of The Black Birds
  • Deceiver Of The Gods
  • Tattered Banners And Bloody Flags
  • Destroyer Of The Universe
  • Death In Fire
  • One Thousand Burning Arrows
  • Father Of The Wolf
  • Runes To My Memory
  • War Of The Gods

------------

  • Raise Your Horns
  • Guardians Of Asgaard
  • Twilight Of The Thunder God

Redaktion & Bilder: Brausi

 

 

Brausi
  • Autor: Brausi