Amorphis – The Beginning Of Times Tour 2011-2012

Dieses Jahr beginnt die Konzertsaison für mich am 03. Januar 2012 in der Garage mit AMORPHISLEPROUS und THE MAN-EATING TREE. Dem grausamen Wetter trotzend schwimme ich regelrecht auf der Autobahn gen Saarbücken und komme von Sturmböen geschüttelt entgegen aller Befürchtungen doch noch rechtzeitig und vor allem heile in der Garage an. In Anbetracht dieser geradezu apokalyptischen Zustände hätte man das aktuelle Tourmotto eigentlich kurzfristig von „Beginning“ in „End Of Times“ umtaufen können. Zugegeben, manchmal neigt der Verfasser zu Übertreibungen…

The Man-eating Tree
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Leprous
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Amorphis
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Für die Strapazen der Anreise entschuldigte mich sogleich der solide Auftritt von THE MAN-EATING TREE. Die neue Truppe des ehemaligen Sentenced-Schlagzeugers Vesa Ranta, auf der Tour aus familiären Gründen vorübergehend durch Aksu Hanttu vertreten, punktete mit atmosphärischen Metal-Songs, welche den typischen Hauch finnischer Melancholie transportierten. „At The Green Country Chapel“, „Armed“ und vor allem dem Rausschmeißer „Code Of Surrender“ sorgten für amtlichen Beifall. Besonders sympathisch wirkte Sänger Tuomas Tuominen, dessen deutschsprachigen Ansagen gut beim Publikum ankamen.

Mit ihrem progressiven Material und den recht komplexen Songstrukturen stilistisch nicht ganz zum restlichen Billing passend, sank bei LEPROUS das Stimmungslevel vor der Bühne leider ein wenig ab. Schade, denn die Norweger spielten sich wirklich den Allerwertesten ab und boten eine schweißtreibende, bewegungsintensive und spielfreudige Show. Bei den beiden Energiebündeln Tor Oddmund Suhrke (Gitarre) und Einar Solberg (Gesang, Synthesizer) befanden sich die Matten bzw. Rasta-Zöpfe in Dauerrotation.

Setliste Leprous:

  1. Thorn 
  2. Restless 
  3. Passing 
  4. MB. Indifferentia 
  5. Waste Of Air 
  6. Forced Entry 

Selbst beim Headliner des Abends fanden sich nur etwa 400 zahlende Gäste ein, was im Vergleich zum letzten Abstecher von AMORPHIS ins Saarland allerdings zuschauertechnisch eine geschätzte Steigerung von 100 Prozent darstellt. Zuletzt trat man nämlich 2007 im damals noch existenten, deutlich kleineren und ebenfalls nicht ausverkauften Roxy (R.I.P.) vor halb sovielen Leuten auf. Nichtsdestotrotz ließen sich die Musiker nicht beirren und boten einen sehr kurzweiligen Auftritt, der bei den Fans für frenetischen Jubel sorgte. Am Sound gab es nichts auszusetzen. Die Lichtshow fiel eher spartanisch, aber gut nuanciert aus. Negativ bleibt meinerseits nur anzumerken, dass der Kultsong „Black Winter Day“ seinen Weg in die Setliste nicht fand. Welch blasphemische Tat! Aber man kann ja bekanntlich nicht alles haben…

Setliste Amorphis

  • Song Of The Sage 
  • Mermaid 
  • The Smoke 
  • Against Widows 
  • Towards And Against 
  • You I Need 
  • Sky Is Mine 
  • Karelia
  • Vulgar Necrolatry 
  • Into Hiding 
  • Crack In A Stone 
  • Alone 
  • Sampo 

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  • Silver Bride
  • My Kantele 
  • House Of Sleep 

Euer Brausi