Anthrax am 24.11.2012 in der Garage

Eigentlich tingeln ANTHRAX derzeit als Support für die allmächtigen Motorhead durchs Land. Allerdings ließ es sich die New Yorker Truppe nicht nehmen, Saarbrücken mit einem exklusiven Headlinergig zu beehren. Bei der Gelegenheit zauberte man den sehr zahlreich angereisten Kopf- und Haupthaarschüttlern mittels gepflegter Thrash-Kost ein kollektives Dauergrinsen ins Gesicht und katapultierte eben jene Personengruppe spielend ins metallische Nirwana.

Anthrax
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Godslave
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Die Jungs haben es trotz personellem Hickhack in der Vergangenheit und überstandenen Karrieretiefs livetechnisch noch immer drauf, was sie eindrucksvoll unter Beweis zu stellen verstanden. Und das für meinen Geschmack völlig überflüssige Crossover-Rap-Gedöns ließ man glücklicherweise auch komplett im heimischen Keller. Recht so!!! Gleiches gilt übrigens auch für das aktuelle, von der Fachpresse durchweg positiv bewertete Album „Worship Music“, welches trotz zeitgemäßen Soundgewands und moderner Elemente tendenziell eher auf traditionelle Trademarks der Band setzt.
Doch zunächst mussten GODSLAVE ran, die einen gewohnt souveränen Job als Anheizer hinlegten. Den Abend für eine Legende wie ANTHRAX zu eröffnen dürfte wahrlich für Nervosität im Vorfeld gesorgt haben. Bereits während der ersten Klänge verschwand selbige jedoch und man punktete mit guter Mucke, Spielfreude und einer gesunden Portion Energie, die sich auf das Publikum übertrug. Die positiven Resonanzen dürften nicht zuletzt auch der in jüngerer Zeit gestiegenen Liveaktivitäten und -erfahrungen der Lokalmatadore geschuldet sein. Leider endete der kurzweilige Auftritt bereits nach 30minütiger Spielzeit und man räumte das Feld für den Headliner.
Bei ANTHRAX herrschte vom Intro „Worship“ an unmittelbar Euphorie. Bereits der erste Song „Earth On Hell“ sorgte für massenweise Crowdsurfer und hektisch in den Zuschauerraum spähende Ordnungskräfte. Phasenweise wirkten die Jungs von der Security wirklich gestresst und kamen mit dem Auffangen kaum hinterher! Darüber hinaus flogen massenweise Bierbecher nebst Inhalt in den Bühnengraben und bescherte den sich dort befindlichen Fotografen unfreiwillige Duscheinlagen. Prost auch! Da blieb kein Auge trocken (und keine Kamera unverklebt). Spätestens beim obligatorischen Trust-Cover „Antisocial“ tobte der Mob vollends. Was für eine Hammerstimmung! Der lautstarken „Waardaaaance“-Aufforderung von Joey Beladonna bei „Indians“ kam man gerne in Form von heftigen Circlepits nach. Ein weiteres Highlight stellte „In The End“ dar, welches ANTHRAX den verstorbenen Musikerlegenden Ronnie James Dio und Dimebag Darrel widmeten, deren großformatige Portraits kurzerhand für die Dauer des Songs in das Bühnenbild integriert wurden. Tolle Geste!
Nach der letzten Zugabe „I Am The Law“ verabschiedete sich eine sichtbar zufriedene Band vom mindestens genau so zufriedenen Auditorium und versprach, bei nächster Gelegenheit wieder vorbeizuschauen. An dieser Stelle soll übrigens noch die superbe Leistung von Aushilfsdrummer Jon Dette Erwähnung finden, der für den aus privaten Gründen verhinderten Charlie Benante einsprang und einen exzellenten Job hinlegte. ANTHRAX, vielen Dank für den feinen Abend!


Setliste Anthrax

  1. Intro: Worship
  2. Earth On Hell
  3. Fight 'Em 'Til You Can't
  4. Caught In A Mosh
  5. Antisocial
  6. Indians
  7. The Devil You Know
  8. In The End
  9. Deathrider
  10. Be All, End All

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  1. Among The Living
  2. Madhouse
  3. Got The Time
  4. Efilnikufesin (N.F.L.)
  5. I Am The Law

Euer Brausi

 

Brausi
  • Autor: Brausi