Anthrax - European Summer Tour 2017

Junge, wie die Zeit vergeht. Mir kommt es zwar bei weitem nicht so vor, aber es sind tatsächlich schon wieder satte fünf Jahre ins Land gezogen, seit ANTHRAX uns zuletzt zum kollektiven Haupthaarschütteln in die Garage nach Saarbrücken einluden. Natürlich nur sofern sich entsprechender Kopfbewuchs überhaupt oder noch vorhanden zeigt. Natürlich konnte sich „Fotos der Nacht“ dieses Ereignis nicht entgehen lassen...

Double Crush Syndrome
18 Bilder
Anthrax
23 Bilder
 
Zeige Alben 1 bis 2 von 2
 

Sich auf der eigenen Hompage selbst als „Germany's most real rock n' roll band“ bezeichnend, betraten DOUBLE CRUSH SYDROME pünktlich um 20.00 Uhr die Bühne, um aufgrund ihrer punkig angehauchten Optik zunächst leicht irritierte Züge in die Gesichter der angereisten Thrash-Aficionados zu zaubern. Dem Sänger und Klampfenbediener Andy Brings blieb diese Tatsache natürlich nicht verborgen. Als ehemaliger Sodom-Gitarrist und wahrhaftige Rampensau verstand er die anwesende Zielgruppe allerdings bestens einzuschätzen und zog selbige mit selbstbewusst-kernigen Ansagen wie „Ich weiß, was ihr denkt, und es ist mir scheißegal!“ schnell auf seine Seite. Nach einer eingeschobenen Sprungeinlage ins Publikum inklusive umfangreicher Händabklatsch-Orgie folgte die Rückkehr auf die Bühne. Andys anschließende Frage „Sind wir jetzt Freunde, oder was?“ fand mit lautstarkem Beifall Beantwortung. Auch mit der genitalorientierten Umtaufe unserer schönen Landeshauptstadt in „Saarficken“ konnte der Mann positiv punkten und einen weiteren Lacher verbuchen. Zumal auch die musikalische Darbietung absolut überzeugte, legten die Ruhrpottler einen sehr gelungenen, kurzweiligen Auftritt hin.

Setliste Double Crush Sydrome:

  • She's A Pistol
  • Yeah! Pain!
  • On Top Of Mount Whatevererst
  • And They Say We Are The Freaks
  • Blood On My Shirt
  • Can't You Be like Everyone Else
  • Die For Rock N' Roll
  • Gimme Everything

Eigentlich sehr schade, dass eine Kultband wie ANTHRAX vor zahlenmäßig dermaßen kleinem Publikum auftreten. Ich meine, die Combo gehört immerhin zu den „Big Four“ des Thrash! Umso verwunderlicher, dass sich nicht mehr als geschätzte 400 Nasen einfanden. Verdient hätte insbesondere die Stammbesetzung, bestehend aus Joey Beladonna, Scott Ian und Frank Bello wahrlich mehr. Aber auch Live-Gitarrist Jonathan Donais (Shadows Fall) sowie Aushilfsdrummer Jon Dette zogen sich beachtlich aus der Affäre. Bei gut ausgewogenem Sound boten ANTHRAX eine gelungene Songauswahl, wobei man Stücke aus der Bush-Ära gänzlich ausklammerte, um sich schwerpunktmäßig auf das Material bis „Persistence Of Time“ zu konzentrieren. Dem Gusto der meisten Anwesenden schien das sehr entgegen zu kommen. Auch der Frontmann von DOUBLE CRUSH SYDROME fand offensichtlich großen Gefallen an der Darbietung, als er sich ins Publikumsgetümmel stürzte und amtlich beim Crowdsurfen steil ging. Rock’n Roll!!! Bei „Antisocial“ brachen schließlich alle Dämme und im Moshpit zirkulierten die Headbanger wie der Frosch in der Moulinex. Geile Stimmung! Leider fand der musikalische Abend nach „Indians“ ein viel zu frühes Ende. Bleibt die Hoffnung eines baldigen Wiedersehens mit den musikalischsten Milzbranderregern dieses Planeten. In diesem Sinne: WAAAAAAAAAAAAAARDAAAAAAAAAAAAAAAAACE!!!!!!!

Setliste Anthrax:

  • Among The Living
  • Caught In A Mosh
  • Madhouse
  • Fight 'Em 'Til You Can't
  • Breathing Lightning
  • NFL
  • Belly Of The Beast
  • Medusa
  • March Of The S.O.D.
  • Blood Eagle Wings
  • Be All, End All
  • Antisocial
  • Indians

Artikel & Fotos: Brausi

Brausi
  • Autor: Brausi