ASP Verfallen-Tour 2 2016

ASP und Spielbann am 31. März zu Gast in der Garage in Saarbücken

Zum Auftakt des zweiten Teils der Verfallen-Tour fanden sich ASP in Saarbrücken ein. Mit dabei war die saarländische Band Spielbann, die schon während der Verfallen-Tour 2015 als Support mit von der Partie war. Zu zweit machten wir uns auf den Weg, um bei diesem Auftritt dabei zu sein, der ASP nach 3 Jahren mal wieder in die Garage führte.

Schon bei unserer Ankunft zeichnete sich ab, dass das Konzert an diesem Donnerstagabend richtig gut besucht war, wenngleich auch nicht restlos ausverkauft. Nachdem wir unsere Jacken abgegeben und den Raum betreten hatten, stellten wir fest, dass schon pünktlich zu Spielbanns Auftritt eine beachtliche Zuhörerschaft anwesend war. Anzutreffen war ein Publikum, in welchem alterstechnisch vom Teenager bis zum ASP-Fan der ersten Stunde alles vertreten war.

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Die Band Spielbann, welche als Special Guest den Abend einleitete, wusste die Menge mit ihren gut harmonierenden weiblichen und männlichen Gesangsparts zu begeistern, die unterlegt waren von donnernden Gitarrenriffs und kraftvollem Schlagzeug. Ebenso beherrschte es die Band aber auch, leise Töne anzuschlagen. Dies wurde deutlich, nachdem die Sängerin Nic verkündet hatte: „Ich habe einen Brief geschrieben“. Was darauf folgte, war eine herzzerreißende Ballade, die sich als Abschiedsbriefs einer Tochter an ihre Mutter offenbarte. Dieses Lied mit dem Titel „Lebewohl“ wurde sehr gefühlvoll rübergebracht, aber auch mit kraftvoller, klarer Stimme seitens der Sängerin; es machte nachdenklich darüber, wie erbarmungslos unsere Welt manchmal sein kann.

Danach wurde die Stimmung wieder etwas aufgelockert mit dem Song „Monster, Monster“, der schon mit freudigen Rufen der Anwesenden, die das Lied direkt erkannt hatten, eingeleitet wurde. Das Publikum war alles in allem sehr begeistert über die Darbietungen der Saarländer und schon bester Stimmung, als es dann zum abschließenden Song kam. Mit „In alle Ewigkeit“ vom vorhergehenden Album der Band wurde nochmal deutlich, wie gut das Gesangsduo miteinander harmoniert. Dies war ebenso ein Titel, welcher die Menge zum Tanzen, Mitklatschen und die Textsicheren zum Mitsingen veranlasst hat. Alle Zuschauer haben den Auftritt von Spielbann am Ende großzügig mit Applaus bedacht, was sicher nicht zuletzt an der Bühnenpräsenz der gesamten Band liegt, die einfach zu begeistern wusste. Warm gespielt für den Hauptact waren jedenfalls alle.

Während der kurzen Umbauphase nahmen wir uns die Zeit, am Merch-Stand beider Bands vorbeizuschauen, die unter anderem natürlich auch das aktuellste Album (VÖ jeweils am 01. April 2016) im Gepäck hatten. Dann besorgten wir uns schnell noch etwas zu trinken und kehrten zurück, um uns gute Plätze zu sichern.

Dann war es soweit: Nacheinander betraten die einzelnen Mitglieder von ASP die Bühne unter schon begeistertem Applaus und Rufen des Publikums - als Letzter natürlich Alexander Spreng selbst.

Eingeleitet wurde die Show mit "Wechselbalg", worauf die Menge im Nu erfreut reagierte. So war es ASP ohne große Umstände möglich, sie zum Klatschen und Tanzen zu bewegen, und das beim ersten Lied. Wahrscheinlich mit ein Grund, warum er danach ein leichtes Schmunzeln bis verhaltenes Grinsen im Gesicht hatte, wie es auch später noch öfter zu beobachten war. Gut gelaunt bewies er mit „Kokon“, dass er eine sehr wandelbare Stimme hat und mit ihr umzugehen weiß. Die Begeisterung, mit der alle bis in die letzte Reihe jetzt schon dabei waren, ließ ihn sich nach diesem Lied beim Publikum bedanken.

Danach wurden wir alle gebeten, doch der Anweisung im Lied zu folgen, die da lautete: „Spring“. Für alle Beteiligten mit unbequemen Schuhen bedeutete das, sie auszuziehen, denn Springen war wichtiger. So wurde dann „Himmel und Hölle“ zum Besten gegeben. Der gleichnamige Song zur Vertonung der Krabat-Sage auf dem Album „Zaubererbruder-der Krabat Liederzyklus“ folgte auf dem Fuße und wurde nicht minder gut angenommen.

Um die magische Verbindung, die zwischen Publikum und Band auf dem Konzert entstanden war, nicht zu stören, wurden wir anschließend darauf hingewiesen, doch die heutzutage so verbreiteten technischen Geräte (sprich Smartphones) wegzupacken, stattdessen die Begegnung zu genießen und als Souvenir die Erinnerungen mit nach Hause zu nehmen. Das war auch schon das Stichwort für „Souvenir, Souvenir“, welches den Anfang der drei Songs vom „Verfallen - Folge 1: Astoria“-Album bildete, die nun am Stück dargebracht wurden. Um dem Auditorium mal ein Verschnaufpause zu gönnen, folgten „Astoria verfallen“ und „Loreley“, während derer ich mir mal wieder gedacht habe, dass ASP eine verdammt tolle Stimme hat.

„Duett (Das Minnelied der Incubi)“, gefolgt von den Songs „Odem“ und „Das Kollektiv“ vom neuen Album „Verfallen - Folge 2: Fassaden“ wurden von den Zuschauern positiv angenommen, sodass ASP zum Ausdruck brachte, wie viel es ihm bedeutete, dass auch die neuen Lieder so gut ankommen.

Als Nächstes gab es wieder Altbekanntes zu hören: „Und wir tanzten (Ungeschickte Liebesbriefe)“ bei welchem sich die Zuschauer in aller Form engagiert beteiligten. Dann ein wunderbares Duett mit der Spielbannsängerin bei „Schneefall in der Hölle“, welches mit großem Applaus honoriert wurde. Das gleiche galt für „Werben“ und „Schwarzer Schmetterling“. Vor dem Lied „Werben“ bekamen alle noch die offizielle Möglichkeit, ein Foto als Erinnerung zu schießen, bevor es weiterging.

Der Meister sprach uns aufgrund des herzlichen Empfanges seinen Dank aus. Die Garage sei sicher nicht der größte Veranstaltungsort der ganzen Tour, aber trotz der daraus resultierenden geringeren Zuschauerzahl als es woanders möglich wäre, habe die Stimmung ihn überwältigt. Wenn ihnen woanders nur halb so viel Enthusiasmus entgegenschlägt, wäre das fantastisch.

Mit „Schwarzes Blut“, welches von lautstarken „vorwärts, abwärts“- Rufen begleitet wurde, verabschiedeten die Frankfurter sich, um nach kurzem „Hey-Oh“ seitens des Publikums wieder zu erscheinen. Als zweites Lied dieser Zugabe kam das heiß ersehnte „Ich will brennen“.

Abermals verschwanden sie von der Bühne, um beim letzten Zugabenblock „Rücken an Rücken“ den abgewandten Zuhörern zu präsentieren, bis es hieß „Selbst wenn ich den Halt verliere, dreh dich bitte um!“. Mit dem Versprechen „Fortsetzung folgt“ beendeten ASP ihr Konzert in der Garage und wurden unter großem Beifall entlassen.

Fazit

Obwohl das Konzert donnerstags stattfand, war es gut besucht und alle Anwesenden, auch die Bands, bei bester Laune. Es wurde ausgelassen getanzt, geklatscht, mitgesungen und sich im Takt bewegt. Der Ton vor Ort war einwandfrei, die Lightshow umrahmte den Auftritt passend.

Alexander Spreng selbst war sehr präsent und voller Elan mit sichtlichem Vergnügen auf der Bühne unterwegs - garantiert auch beschwingt durch das Publikum. Denn die Zuschauer standen ihm in Nichts nach und zogen stets lebhaft und eifrig mit. So trat bei ihm auch irgendwann die Frage auf, wie anstrengend das wohl wird, wenn der Rest der Tour ebenso weitergeht. Die anderen Bandmitglieder sind mehr in den Hintergrund getreten, was mich persönlich aber jetzt nicht gestört hat.

Setlist

Wechselbalg

Kokon

Himmel und Hölle (Kreuzweg)

Krabat

Souvenir, Souvenir

Astoria verfallen

Loreley (die traurige Ballade der Hannelore W.)

Duett (Das Minnelied der Incubi)

Odem

Weichen(t)stellung

Das Kollektiv

Und wir tanzten (ungeschickte Liebesbriefe)

Schneefall in der Hölle / Duett mit der Spielbannsängerin

Werben

Schwarzer Schmetterling

Schwarzes Blut

Zugabe 1

Umrissmann

Ich will brennen

Zugabe 2

Rücken an Rücken

Fortsetzung folgt

Text: Ash

Fotos: Baghira