"Blind Guardian" am 13.05.2016, "Garage" Saarbrücken

Am 13. Mai 2016, gastierten die "Blinden Wächter" auf ihrer "Beyond the red Mirror"-Tour in der "Garage" Saarbrücken. Das allerdings an einem vermeintlichen Unglückstag. Ob dieser Tag nun tatsächlich unter keinem guten Stern stand, könnt ihr in den folgenden Zeilen nachlesen.

An einem Freitag dem 13. traut sich mancher noch nicht einmal aus dem Haus. Unsereiner traute sich sogar noch etwas weiter weg, nämlich nach Saarbrücken in die dortige "Garage", um die Herrschaften von "Blind Guardian" zu sehen. Wer schon mal in den Genuss eines "Blind Guardian"-Konzerts kam, weiß das sich dafür wirklich jede Reise lohnt. Aufgrund der Verkehrslage begab ich mich frühzeitig auf den Weg Richtung Saarbrücken, da man immer mal mit Staus rechnen muss und ich sollte tatsächlich Recht behalten. Aber nicht weiter tragisch, das war ja einkalkuliert. An der "Garage" angekommen, musste ich leider feststellen, das nicht jeder frühe Vogel einen Wurm bekommt. Ja, der Vogel war in diesem Falle ich und der Wurm sollte ein Parkplatz für das Gefährt sein. Nach einer schier endlosen Suche, wurde man dann endlich fündig. Ich habe eine Gruppe mit älteren Damen gefragt wo man hier gut parken könnte und selbst sie mussten zugeben, das es in Saarbrücken schwer wäre, einen Parkplatz zu finden. Es beinhaltet schon eine gewisse Ironie, keinen Parkplatz zu finden für ein Konzert, das in einem Laden stattfindet, der "Garage" heißt. Aber da ich ja ein Freund von solchen schrägen Scherzen bin, geht das im nachhinein in Ordnung.

 

Auf dem Weg zur Location, traf ich nochmal auf die Gruppe der hilfsbereiten Damen. Sie fragten mich, was mich denn überhaupt nach Saarbrücken verschlagen würde. Ich erzählte ihnen, das ich ein Konzert von "Blind Guardian" besuchen wolle und obwohl ihnen der Name nichts sagte, hat dies doch ihr Interesse geweckt, da sie wissen wollten was dies für Musik sei und was sie so singen würden. Als ich daraufhin antwortete, das sie beispielsweise Mythologien und sogar Themen wie "Herr der Ringe" besingen würden, wurden die Damen hellhörig, besonders eine Dame die sich als riesiger "Herr der Ringe"-Fan entpuppte. Ich empfahl ihr, mal "Lord of the Rings" zu hören.

Vor der "Garage" hatte sich schon eine recht lange Warteschlange gebildet und man wartete (un)geduldig auf den Einlass, der für 19:00 Uhr angesetzt war. Pünktlich öffnete man uns die Türen und nach einer kurzen Kontrolle am Eingang, konnte man die "Garage" betreten. Nachdem man das ein oder andere bekannte Gesicht begrüßte, suchte man sich einen Platz vorne an der Bühne. Nun sollte es nicht mehr lange dauern, bis das Konzert anfangen würde. Erschien mir die Location anfangs noch recht leer, sollte sich dies nach kurzer Zeit als optische Täuschung herausstellen, denn die Halle füllte sich recht schnell. Überpünktlich um 20:00 Uhr, ertönte das Intro zu "The Ninth Wave" vom "Beyond the red Mirror"-Album und die sympathischen Herren aus Nordrhein-Westfalen betraten die Bühne und legten sofort los. Kaum waren die ersten Klänge verstummt, wurde ausgiebig geklatscht und "Guardian, Guardian!" skandiert. Mehr wie einmal musste Frontmann Hansi Kürsch die Menge bremsen, erschien dies auch bei Klassikern wie "The Last Candle" als recht kompliziert, da aus vollen Kehlen "Somebodies out there, somebodies out there..." mitgesungen wurde. Selbstverständlich wurden nicht nur Nackenbrecher wie "Tanelorn - Into the Void" gespielt, sondern auch ruhigere Stücke wie beispielsweise "Lord of the Rings", die ebenfalls vom Publikum gefeiert und lauthals mitgesungen wurden. Die Zeit verging wie im (Drachen)flug und als man sich nach "Imaginations from the other Side" von der Bühne verabschiedete, wurde einem schon klar, das etwas Zeit vergangen war

Nach einer kurzen Pause kamen "Blind Guardian" unter lauten "Zugabe!"-Rufen wieder auf die Bühne und schmetterten mit "Into the Storm" einen weiteren Nackenbrecher in Richtung Publikum. Zwischen den Songs ließ Frontmann Hansi verlauten, das an einem Live-Album gearbeitet wird und das man gerne nochmal nach Saarbrücken kommen würde. Gut, mir persönlich wäre Trier natürlich lieber, aber egal. Nach "Twilight of the Gods", ging die mystisch-musikalische Reise in Richtung Skandinavien und es folgte "Valhalla", das vom Publikum euphorisch gefeiert und mitgesungen wurde. Dies war wieder ein Song, bei dem sich das Publikum schwer bremsen ließ und munter und ausgelassen grölte, klatschte und sprang. Unter Beifall verließen "Blind Guardian" nochmal kurz die Bühne, um nach einer kurzen Pause mit "Wheel of Time" auf die Bühne zu stürmen und nochmal Vollgas zu geben. Bei "The Bards Song (In the Forrest)" wurde nochmal ein ruhigeres Stück am Schluss zum Besten gegeben, bei dem das Publikum wieder sehr textsicher jede Zeile mitsingen konnte. Ebenso textsicher erwies es sich beim letzten Song des Abends "Mirror, Mirror", mit dem eine zweistündige Reise voller Mythen, Sagen und Metal zu Ende ging. Unter einem wohlverdienten Beifall verabschiedeten sich "Blind Guardian" vom Publikum und verließen die Bühne gegen ca. 22:00 Uhr. Nachdem man sich noch ein wenig mit alten und neuen Bekannten unterhielt, trat man gemütlich die Heimfahrt an.

Mein Fazit, es war ein wirklich tolles Konzert mit einer geilen Stimmung und einer wirklich gut aufgelegten Band, die ihr Publikum sehr feste im Griff hatte. Der Sound war gut und nicht zu laut. Einziger, persönlicher Kritikpunkt, ich habe "Banish from Sanctuary" und "And then there was Silence" vermisst, aber das ist nicht weiter tragisch. "Blind Guardian" sind meiner Meinung nach, eine der kraftvollsten Bands aus deutschen Landen und jedes Konzert ist von einer einmaligen Energie geprägt, die einen noch lange begleitet. Um die Frage vom Anfang zu beantworten: Nein, dieser Freitag der 13. war keineswegs ein unglücklicher Tag.

Bilder: Brausi

Text: Tim Frontfleisch

 

 

Brausi
  • Autor: Brausi