Blind Guardian - Live 2014/15

Obwohl die krefelder Barden seit dem Erscheinen der "Memories Of A Time To Come"- Scheiblette (2012) und des 2013er Boxsets "A Traveller's Guide To Time And Space" keine zu betourende Neuveröffentlichung am Start haben, überraschten BLIND GUARDIAN am 30.05.2014 mit einem scheinbar "außer der Reihe" angesetzten Gig in Saarbrücken. Sehr zum Entzücken der hiesigen Fanscharen, zu denen sich der Verfasser dieser Zeilen seit mittlerweile einem Vierteljahrhundert (!) selbst zählt. Leute, wie die Zeit vergeht...

 

Ärgerlicherweise musste meine Wenigkeit vor zwei Jahren beim letzten Auftritt der Gardinen in der weltbesten Garage gezwungenermaßen durch Abwesenheit glänzen. Umso mehr freute ich mich, an diesem Freitagabend erneut die Chance zu bekommen, eine der geilsten Bands des Planeten livehaftig zu erleben. Wobei ehrlich gesagt auch eine gewisse Portion Skepsis mitschwang, zumal der Bandauftritt anno 2010 in der Trierer Arena nicht nur Anlass zum Jubeln gab (siehe entsprechender Bericht). Hauptanlässe meiner Kritik waren damals eine relative "Hüftsteifheit", welche ich bis dahin bei den Akteuren noch nicht erleben durfte (oder besser: musste) sowie soundtechnische Mängel; der erhoffte Begeisterungsfunke wollte irgendwie nicht so richtig überspringen. Diesmal sollte es allerdings gänzlich anders kommen. Um es vorweg zu nehmen: die Jungs waren schlichtweg der Hammer. Zum Leidwesen meiner überstrapazierten Nackenmuskulatur, welche sich nach mittlerweile vier Tagen noch immer nicht richtig regeneriert hat. Wobei das allerdings auch am fortgeschrittenen Alter liegen könnte...

Setliste Blind Guardian:

  • Sacred Worlds
  • Welcome To Dying
  • Nightfall
  • The Scipt For My Requiem
  • Mordred's Song
  • Lord Of The Rings
  • Lost In The Twilight Hall
  • This Will Never End
  • Bright Eyes
  • Tanelorn
  • Time What Is Time
  • The Last Candle
  • Imaginations From The Other Side

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  • And Than There Was Silence
  • The Bard's Song - In The Forest
  • Mirror Mirror
  • Valhalla

Mit ca. viertelstündiger Verspätung legten BLIND GUARDIAN um 20.15 Uhr mit "Sacred Worlds" los und traten dem steilgehenden Publikum praktisch von der ersten Note gepflegt ins Gesäß. Und das bei superben, vorbildlich abgemischtem Sound. Der  Mann am Mischpult verstand definitiv sein Handwerk! Im Vergleich zu den Auftritten in der jüngeren Vergangenheit gestaltete sich das Bühnenbild diesmal auffallend simpel, zumal es lediglich aus einem großen Backdrop bestand, welches das Albumcover von "At The Edge Of Time" zeigte. Unmittelbar davor spielte Drummer Frederik Ehmke auf einem erhöhten Podest. Auch die Lichtshow fiel für eine Combo dieser Größenordnung eher bescheiden, aber dennoch gut akzentuiert aus. Ehrlich gesagt dürfte an diesem Abend allerdings auch kein Mensch in der pickepackevollen Garage irgendwelchen zusätzlichen Schnickschnack vermisst haben, zumal BLIND GUARDIAN sich auf das konzentrierten, was wirklich wichtig ist, nämlich die Mucke.

Man merkte den Jungs wirklich an, dass sie Bock hatten, zu spielen. Und diese Begeisterung übertrug sich auf das Publikum. Noch immer habe ich die enthusiastischen, nicht verstummen wollenden "Somebodys Out There"-Chöre nach "The Last Candle" im Ohr, die für Gänsehautmomente sorgten. Ganz großes Kino! Bleibt nur zu hoffen, dass die Gardinen ihr am Ende des fast zweieinhalbstündigen Sets abgegebenes Versprechen, wiederzukommen, möglichst bald einlösen werden. Ich bin auf jeden Fall wieder dabei, Leute!!!

Brausi
  • Autor: Brausi