Children Of Bodom - Halo Of Blood Over Europe Tour 2013

Ich kann mich noch sehr gut an meinen zuletzt besuchten Gig von CHILDREN OF BODOM im November des Jahres 2008 erinnern. Unter Einsatz meiner körperlichen Unversehrtheit schlitterte ich seiner Zeit bei Schneetreiben und Glatteis in Richtung Saarbrücken, um die finnischen Seekinder live auf den Brettern der Garage zu erleben. Zum Glück gestaltete sich die Anreise fünf Jahre später weitaus angenehmer, was einen wesentlich entspannteren Einstieg in den Konzertabend ermöglichte.

Medeia
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Insomnium
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Children of Bodom
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Pünktlich um 19.00 Uhr zeigten MEDEIA, was sie auf dem Kasten haben. Mit ihrem doch stark im Metalcore verwurzelten Stil trafen die Finnen ehrlich gesagt nicht so  ganz meinen Geschmack. Allerdings muss ich zugeben, dass man den überwiegenden Teil der gut besuchten Garage durch eine energiegeladene Show mitriss und in der 30-minütigen Spielzeit beachtliche Resonanzen einfuhr. Es sei den Musikern gegönnt.

Schon eher trafen da INSOMNIUM meinen Gusto, zumal ich ein leidenschaftlicher Konsument melodischen Death Metals skandinavischer Prägung bin. Scheinbar war ich an diesem Abend unter den Anwesenden nicht der einzige... Nach dem Intro legte die Band mit dem Doppel "Where The Last Wave Broke" und "Only One Who Waits" los, wobei stimmungsmäßig im direkten Vergleich mit MEDEIA noch einige Briketts draufgelegt wurden. Neben starken Songs, zum Teil deutschsprachigen Ansagen und einer deutlich umfangreicheren Lichtshow wussten die sympathischen Finnen vor allem mit ihrer agilen Bühnenpräsenz zu gefallen. Wohin das Zuschauerauge auch blickte, überall flogen die Mähnen, dass es eine wahre Freude war. Na ja, fast überall. Trotz seines noch relativ jungen Alters konnte sich Schlagzeuger Markus Hirvonen mangels Haupthaar leider nicht am Schütteln desselbigen beteiligen. Aber trotz Glatze hat bestimmt auch er im Herzen lange Haare... Für mich stellten INSOMNIUM definitiv die Gewinner des Abends dar.

Nach abgeschlossener Autogrammstunde gab sich gegen 21.00 Uhr dann der Headliner die Ehre. CHILDREN OF BODOM legten mit "Transference" vom neuen Album "Halo Of Blood" amtlich los. Weiter ging es mit Granaten wie "Needled 24/7", "Living Dead Beat" und dem Titelstück des neuen Albums "Halo Of Blood". In einer kurzen Ansprache betonte Sänger und Gitarrenvirtuose Alexi Leiho, dass es ein Privileg für ihn und seine Band sei, endlich wieder in Saarbrücken zu spielen. Außerdem freue er sich über die tolle Stimmung und habe sowieso alle Anwesenden  unheimlich lieb. Auf mich wirkten seine Ansage irgendwie recht floskelhaft und wenig authentisch. Nun ja, was zählen sollte ist ja bekanntlich die Musik, von der es im Folgenden mit "Scream For Silence", dem Stimmungshighlight "Bodom After Midnight" und "Lake Bodom" noch reichlich Nachschlag gab.

Neben wiederum vorzüglichen Lichteffekten stachen im Hintergrund der Bühne  optisch besonders mehrere Leinwände hervor, auf die passend zu den jeweils gespielten Liedern verschiedene Videosequenzen projiziert wurden. Bei "Hate Crew Death Roll" erfolgte beispielweise eine Liveübertragung von Leihos Gitarrengriffbrett, sodass man seine gespielten Parts in Großaufnahme bestaunen konnte. Äußerst witzige Idee, die gut beim Publikum ankam. Abgesehen von der genialen Beherrschung seines Instruments fiel der Frontmann insbesondere auch durch seine permanente Entledigung oraler Körpersäfte auf. Mit der von ihm im Laufe eines Konzertes auf die Bühne gerotzten Flüssigkeitsmenge könnte man wahrscheinlich locker die komplette Sahara bewässern. Pfui Deibel! Außerdem scheint er sich einen Platz im Guinnessbuch der Rekorde sichern zu wollen, indem er in jeder Ansage möglichst häufig (empfundene tausend Mal) das Wörtchen "Fuck" unterzubringen versucht. Wo bitte bleibt da die gute Erziehung? Alles in allem ein solider, "fucking" guter Auftritt, bei dem für mich allerdings das Material der "Something Wild"-  und "Hatebreeder"-Ära ein wenig zu kurz kam.

Brausi
  • Autor: Brausi