Schock-Tour mit Maerzfeld und Eisbrecher am 05.03.2015 in Saarbrücken

Euer Tim Frontfleisch war wieder mal unterwegs im Namen der "Neuen deutschen Härte". Diesmal ging es ins schöne Saarbrücken, wo die Eis-Eis-Bubis um Alexx Wesselsky einen Halt machten auf ihrer großen "Schock-Tour". Mit im Gepäck, die Jungs von "Maerzfeld". Also wenn das keine gelungene Kombination ist, die jedes freudige "Neue deutsche Härte"-Herz hüpfen lässt, dann weiß ich es auch nicht. "Komm mit mir, es ist März....", heißt es in einem Lied von "Maerzfeld". Nomen est Omen? "Maerzfeld" im März? Verdammt Geil irgendwie, die Tatsache gefällt mir. Kann nichts dafür, bin halt ein großer Freund von Wortspielen. Aber egal, weiter im Text. Nach einigen trüben Tagen, war man doch sehr froh über dieses schöne Wetter. Man bekam sofort gute Laune und nachdem das Auto mit Proviant befüllt wurde und noch ein guter Freund eingesammelt wurde, machte man sich wohlgesonnen in freudiger Erwartung auf einen schönen Abend auf Richtung Saarbrücken. Am Veranstaltungsort mit dem schönen Namen "Garage" angekommen, parkte man das Auto in unmittelbarer Nähe und begab sich, wenn auch recht früh, vor die leider noch verschlossenen Türen. Aber für jemanden wie mich, gibt es kein "zu früh" und als ich sah das sich schon eine Schlange vor den Türen bildete, weiß ich auch warum ich immer so früh irgendwo da sein möchte. Aber egal, wenn man mit Fans ein nettes Gespräch führen kann, vergeht jede Zeit wie im Flug. Als die Pforten sich öffneten, stürmte ich wie bei eigentlich jedem Konzert, direkt erstmal zum Merchandise-Stand, wer mich kennt, weiß das ich ein begeisterter (wenn auch manchmal bescheuerter) Sammler bin.

Maerzfeld
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Eisbrecher
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Nachdem ich mich mit dem obligatorischen Kleinkram eingedeckt habe, gab ich meine Jacke an der Garderobe ab und nachdem man eine kurze Stärkung zu sich nahm, formierte man sich langsam vor der Bühne. Der Laden füllte sich im Minutentakt mit einem wirklich bunt gemischten Publikum, egal ob alt, etwas älter, jung, oder noch etwas jünger. Ich glaube der jüngste Besucher war "7-dreiviertel", oder "9-dreiviertel". Keine Ahnung wie alt er wirklich war, aber er sah verdammt putzig mit seinen knalligen Ohrschützern aus. Nachdem man ein paar Fotos knipste und so mancher etwas verunsichert drein blickte wegen meiner Maske, konnte es endlich mal losgehen.

Dann endlich, Bewegung auf der Bühne, Alexx Wesselsky und Jürgen Planger betraten die Bühne und begrüßten das Publikum. Nachdem so mancher putziger Plüsch-Eisbär durch die Halle gefeuert wurde (arme Viecher!) und neue Besitzer fanden, war das Eis gebrochen und die Bühne war bereit um zum beben gebracht zu werden. Wieder ein Fall von Nomen est Omen? Heißen die deswegen "Eisbrecher"? Egal. Die Jungs von "Maerzfeld" läuteten nun den Abend ein mit dem krachenden Opener "Vaterland" vom 2012er Album "Tief" und sofort war man in bester Laune für die Nackenmuskulatur zu quälen und einfach nur ab zu gehen. Lieder wie "La Petit Mort" und "Fremdkörper" animierten nicht nur mich zum lauten mitsingen und bei "Treibjagd" kam man der Aufforderung des charismatischen Frontmanns Heli gerne nach ein lautes "LAUF, LAUF!" gen Bühne zu brüllen. Als besonderes Schmankerl bekam man auch einen kleinen Vorgeschmack auf das neue Album "Nackt", das im November erscheinen wird und dessen Poster zur passenden Tour schon für Wellen der Empörung sorgte und für die Band sogar einen kurzzeitigen Ausschluss aus einem sozialen Netzwerk zur Folge hatte. Da wäre einmal der Song "Es bricht", den man sogar nach dem Konzert als Single geschenkt bekam (da freut sich das Sammler-Herz) und als krönender Abschluss der Song "Stalingrad". Beide Lieder gefallen mir sehr gut und schüren die Vorfreude auf das neue Album. Man darf also gespannt sein.

Nachdem das Publikum ordentlich von "Maerzfeld" eingeheizt wurde, sollte es nicht lange dauern bis die "Eisbrecher" die Bühne betraten und nach dem Intro hieß es dann Wortwörtlich "Volle Kraft voraus". Der erste Song des "Schock"-Albums, sollte auch der Opener von "Eisbrecher" an diesem Abend sein und sofort war das Publikum am toben. Die Stimmung war vom ersten Lied an schon unbeschreiblich hoch und doch haben es die Eis-Eis-Bubis geschafft, die Stimmung bis unter das Dach der "Garage" und sogar darüber hinaus zu steigern. Nicht nur Lieder vom aktuellen Album "Schock" bekam man zu hören, sondern auch bekannte Ohrwürmer aus dem langjährigen Schaffen der Band. Lieder wie "Antikörper" oder "Vergissmeinnicht" erfreuten auch die älteren Fans der Band und bei "This is Deutsch" bin auch ich richtig böse abgegangen und hab mitgebrüllt wie ein Verrückter. Ja genau, "Verrückt" wurde auch gespielt und passend dazu habe ich mich spontan dazu hinreißen lassen meine Maske zu anzuziehen und wie ein bekloppter auf und ab zu hüpfen. Ich will nicht wissen wie viele das jetzt lesen und sagen "Ach du Schande, ja der bekloppte mit der Maske war das!". Aber egal, weiter im Text. Da beide Bands nicht einfach nur die Setlist runtergespielt haben, sondern auch zwischen den Songs gute Stimmung gemacht haben, hatte man auch zwischendurch viel zu lachen. So hat der gute Herr Wesselsky einmal in die Runde gefragt, wer denn so alles zufrieden mit seinem Partner wäre und als er einige beim vermeintlichen Lügen ertappte, sagte er nur "Ihr Pumuckls", aber meinte er doch die Holzpuppe mit der langen Nase, ihr wisst schon. Lag wohl daran das beides mit "P" anfängt und da dies eine passende Überleitung zum einen meiner absoluten Lieblingslieder "Prototyp" war, war der Versprecher schnell entschuldigt. Aber lustig fand ich das trotzdem. Was ich auch Klasse fand, war was so alles in Richtung Publikum geschmissen wurde. Wasserflaschen, eine Fahne, Plüsch-Eisbären und eine Krawatte, die Alexx unter lauten "AUSZIEHEN"-Rufen spontan auszog. Ich nehme mal an, das viele weibliche Fans sicher gewollt hätten das er mehr auszieht als nur die Krawatte, aber Mädels seid nicht traurig, man kann ja nicht alles haben. Aber seht es mal so, die Songs waren alle passend mit Lichtern und Nebel untermalt, also man bekam schon was zu sehen, so ist es ja nicht. Dann kam das Lied "Miststück", bei dem das ganze Publikum zum mitsingen aufgefordert wurde und wenn einem schon der Alexx persönlich das Mikrofon vor die Nase hält, wer lässt da schon seine Lippen geschlossen? So wurde mehrmals laut "Du bist ein Miststüüüück...ein Stück Mist..." gesungen, gekreischt, geschrien, mit einer unglaublichen Energie und Euphorie. Was soll ich sagen? Das ist die Magie der "Neuen deutschen Härte". Nachdem die Band nach "Miststück" die Bühne verließ, dauerte es natürlich nicht lange, bis laut nach einer Zugabe gebrüllt wurde und die Zugabe sollte das Lied "Schlachtbank" sein. Danach formierten sich die "Eisbrecher" nochmal und verabschiedeten sich indem sie nochmal eine Runde der süßen Plüsch-Eisbären springen ließ.

Da mir aber noch nicht danach war, die Heimreise anzutreten, ging ich nochmal zum Merchandise-Stand um mir eine der Gratis-Singles von "Maerzfeld" zu holen und da die Jungs direkt da standen, habe ich mir die CD direkt mal signieren lassen. Tja, bescheuerter Sammler halt. Als ich dann noch sehr nette Leute endlich mal persönlich traf, mit denen ich schon länger im Kontakt stehe durch die bekannten sozialen Netzwerke, wurde erstmal eine Runde gequatscht und Bilder geknipst. Ich finde sowas immer wieder schön, wenn Musik Menschen verbindet die genauso ticken wie man selbst. Als krönenden Abschluss schnappte ich mir schnell noch den Heli von "Maerzfeld" für ein gemeinsames Foto und als ich meine Maske anzog, kam nach einem anfänglich irritiertem Gesicht nur ein lautes "Aaach duuu bist das ja, jetzt erkenn ich dich erst!?". Fand ich wirklich Klasse! An dieser Stelle möchte ich all jenen, die mich gestern etwas belächelt und schief beäugt haben weil ich mit einer Maske rumgelaufen bin, etwas sagen: Viele sollten ihre "Maske" vielleicht besser mal ausziehen bevor sie über andere lachen. Ich trage meine Maske aus Spaß und Spaß muss sein. Nachdem man sich von neuen und alten Bekannten verabschiedete, trat man die Heimreise an, während über uns ein herrlicher Vollmond schien, der uns den Weg in die Heimat Richtung Trier wundervoll erhellte. Mein Fazit, es war ein wirklich genialer Abend mit zwei wirklich hervorragenden Bands die absolut umwerfend waren, machmal sogar im wahrsten Sinne des Wortes, wenn ich an den Mikrofon-Ständer denke aber egal. Wie gesagt, ein wirklich genialer Abend mit genialen Bands, einer tollen Atmosphäre und vielen netten Menschen. Das einzige was mich ein wenig am Publikum störte, war das ständige zücken von Handys. Mal im Ernst Leute, geht ihr denn wirklich auf so ein tolles Konzert nur um die ganze Zeit still mit so einem blöden Teil wie eine Statue zu stehen? Ich glaube beim nächsten Mal wenn jemand mit einem Handy vor meiner Nase rumfuchtelt, dann beiß ich da einfach mal rein, kommt bestimmt gut, oder was meint ihr? Ein Konzert ist ein Ort wo man sich den Kopf von seinen Alltagssorgen leerfegen lassen möchte und der Besen dazu heißt "Musik", in diesem Fall, "Neue deutsche Härte". Überlasst das filmen und knipsen lieber anderen. Genießt einfach die Musik, habt Spaß zusammen und feiert die Bands. So, genug geschimpft. Ich wünsche euch allen ein schönes Wochenende.

Bis zum nächsten Konzert, euer,
Tim Frontfleisch

Bericht: Tim Frontfleisch

Fotos: Tigger

Stefan Burgard
  • Autor: Stefan Burgard