Kunstraub Burgentour 2014

Da hatten die Extremisten doch eine geniale Idee, für einen Teilabschnitt ihrer Tour zum aktuellen Album "Kunstraub" ausschließlich historische Lokalitäten mit besonderem Flair zu buchen und diese Gigs als "Burgentour" zu titulieren. Zumal die Auftrittsorte hervorragend zu den hartrockenden Mittelalterklängen von IN EXTREMO passen und ihren ohnehin schon exzellenten Konzerten noch das stimmungsmäßige Sahnehäubchen aufsetzen. Eine Station machte die Band am 01. August im Trierer Amphitheater.

 

Wo sich einst Kontrahenten im Rahmen römischer Gladiatorenkämpfe zur allgemeinen Volksbelustigung die Grütze aus der Birne prügelten, schafften es zunächst DRITTE WAHL mit ihrem metallisch angehauchten Punkrock zu überzeugen. Leider korrespondierte mein persönliches Zeitmanagement nicht ganz mit dem der Rostocker, zumal sich auch die Parkplatzsuche am Amphitheater nicht gerade als Quickie erwies und in einem nicht unerheblichen Maße dazu beigetragen haben dürfte, dass meine Kollegen und ich lediglich in den Genuss der letzten drei Songs kamen. Schade eigentlich, denn was man sah und hörte hinterließ einen sehr positiven Eindruck.

Um 20.30 Uhr fiel dann nach den einleitenden Klängen von "Rasend Herz" im wahrsten Sinne des Wortes der Vorhang, um den Blick auf den hinteren Bühnenteil freizugeben. Zum Vorschein kam eine glänzend aufgelegte Band und das überwiegend von der regulären Kunstraub-Tour übernommene, relativ unspektakuläre Bühnenbild, welches bereits im letzten Jahr in Sankt Ingbert begutachtet werden durfte (siehe entsprechender Bericht).

Auch die auf der Setliste vertretenen Lieder waren bis auf vier Ausnahmen ("Horizont", "Merseburger Zaubersprüche II", "Sängerkrieg", "Auf's Leben") identisch, wobei sich allerdings deren gespielte Reihenfolge erheblich verändert hatte. Na ja, eigentlich scheint es bei IN EXTREMO stimmungstechnisch eh gehupft wie gesprungen zu sein, wann was gespielt wird. Die Leute vor der Bühne gehen sowieso meistens mit. Sogar dann, wenn sich Das Letzte Einhorn für eine zu geringe Lautstärke während des Konzertes entschuldigt. Über selbige hätten sich Anwohner in der Nachbarschaft des Amphitheaters beschwert, weshalb Lärmschutzvorgaben penibel zu erfüllen seien. Der Sänger dankte es den Ruheliebhabern mittels unmissverständlicher Körpersprache. Er widmete ihnen einen gepflegt gereckten Mittelfinger. Eine Geste, die sogleich vom überwiegenden Teil des Auditoriums enthusiastisch aufgenommen wurde. Strafe muss schließlich sein!

Alles in allem ein sehr gelungener, äußerst kurzweiliger Abend. Wieder einmal hervorzuheben war die exzellente Lichtshow, welche unter freiem Himmel logischerweise allerdings erst bei einsetzender Dunkelheit besonders zur Geltung kam. Selbstverständlich erhielten auch die Pyromanen im Publikum wieder eine Vollbedienung, zumal die erstklassigen, für IN EXTREMO typischen Feuereffekte wieder umfangreich zum Einsatz kamen. Höllisch gut, gerne wieder!!! 

Setliste In Extremo

  1. Rasend Herz
  2. Horizont
  3. Zigeunerskat
  4. Vollmond
  5. Feuertaufe
  6. Herr Mannelig
  7. Viva La Vida
  8. Unsichtbar
  9. Gaukler
  10. Liam
  11. Himmel und Hölle
  12. Merseburger Zaubersprüche II
  13. Belladonna
  14. Frei zu sein
  15. Küss mich
  16. Auf's Leben

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  1. Siehst du das Licht
  2. Ai Vis Lo Lop
  3. Spielmannsfluch
  4. Villeman Og Magnhild

Artikel: Brausi

Fotos: Anhur

Brausi
  • Autor: Brausi