Kreator & Morbid Angel 2012

Es ist schon einige Jahre her, als es im Rahmen gemeinsamer Konzerte von KREATOR und MORBID ANGEL zwischen den Bands kräftig im Karton rappelte. Nach längerem Nachspiel konnte man das Kriegsbeil mittlerweile begraben und die Wogen glätten. Zum Glück und zweifelsohne sehr zum Vorteil der Fans härter Konzertereignisse, möchte ich anmerken. Zumal selbige ansonsten wohl am 19.12.2012 auf einen Augen- und Ohrenschmaus in dieser exquisiten Kombination hätten verzichten müssen. Als Support verpflichtete man NILE und FUELED BY FIRE. 

Fueld by Fire
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Nile
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Stilistisch gesehen ist der Slogan „Thrash Is Back“ gegenwärtig nicht nur bei FUELED BY FIRE Programm. Darüber hinaus handelt es sich hierbei songtechnisch um einen der livehaftigen Stimmungshöhepunkte des kurzweiligen Auftritts. Mit ihrem Old- School-Material, das Vergleiche zu älteren Sodom, Sepultura oder auch Slayer zulässt, bescherten die Kalifornier bei guter Lightshow und vorbildlichem Sound die ersten Moshpits des Abends.

Setliste Fueled By Fire

  1. Rising From Beneath
  2. Sickness Of Humanity
  3. Dreams Of Terror
  4. Unidentified Remains
  5. Thrash Is Back
  6. Eye Of The Demon

Auch NILE boten im Anschluss eine solide Show, die gut beim Publikum ankam. Hut ab vor dem technischen Können und der Präzision, mit dem Karl Sanders (Gitarre, Gesang), Dallas Toler-Wade (Gitarre, Gesang), George Tollias (Schlagzeug) und Todd Ellis (Bass, Gesang) das zum Teil hochkomplexe Todesblei, gespickt mit orientalischen Klangelementen, in die Garage schmetterten.

Setliste Nile

  1. Sacrifice Unto Sebek
  2. Defiling The Gates Of Ishtar
  3. Kafir!
  4. Hittite Dung Incantation
  5. Enduring The Eternal Molestation Of Flame
  6. Sarcophagus
  7. The Inevitable Degradation Of Flesh
  8. Supreme Humanism Of Megalomania
  9. Black Seeds Of Vengeance

Ich muss gestehen, dass ich persönlich bisher mit der Mucke von MORBID ANGEL nicht so richtig warm werden konnte. Ist halt alles eine Frage des Geschmacks. Was die Florida-Deather allerdings live auf die Bühne zauberten, hat auch mich vollständig überzeugt. An Charisma fehlte es den Jungs, allen voran David Vincent (Gesang, Bass) und Trey Azagthtoh (Gitarre), mit Sicherheit nicht. Komplexe Songs trafen auf Eingängigkeit. Für mich stellte der Auftritt definitiv eine gute Begründung dar, in die eine oder andere Scheibe der Formation dann doch nochmal genauer hineinzuhorchen…

Setliste Morbid Angel

  1. Immortal Rites
  2. Fall From Grace
  3. Rapture
  4. Pain Divine
  5. Maze Of Tormentwithout Trey Azagthoth, because of technical difficulties with his guit
  6. Existo Vulgoré
  7. Nevermore
  8. Lord Of All Fevers And Plague
  9. Chapel Of Ghouls

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  1. Dawn Of The Angry
  2. Where The Slime Live
  3. Bil Ur-Sag
  4. God Of Emptiness
  5. World Of Shit (The Promised Land)

KREATOR, zuletzt vor gut zwei Jahren anlässlich der Thrashfest-Tour 2010 in Saarbrücken aufgelaufen, nutzten wieder einmal die Gelegenheit, um qualitative Maßstabe zu setzen. Auf einem weißen Vorhang, der zunächst das Bühnenbild verbarg und gleichermaßen als Leinwand diente, projizierte man zunächst einen Film, der zum eingespielten „Personal Jesus“ von Johnny Cash Szenen aus der Bandbiografie zeigte. Nach dem Intro „Mars Mantra“ fiel der Vorhang mit den ersten Klängen von „Phantom Antichrist“. Der schlagartig freigegebene Blick auf die Bühne gab Grund zum Staunen. Die komplette, aufwändig gestaltete Deko bestand aus Cover-Ausschnitten und Elementen des aktuellen Albums „Phantom Antichrist“. Neben diversen Transparenten gehörten hierzu beispielsweise auch abgetrennte, an die Mikroständer gekettete Köpfe sowie vier sich im Zentrum der Bühne befindliche Figuren apokalyptischer Totenpferde, die diabolisch aus den Augen leuchteten. Nicht von schlechten Eltern! Auch die übrigen Lichteffekte bereicherten die Show, ebenso wie der superbe Gesamtsound. Die Setliste bestach wieder einmal durch große Hitdichte. Mille keifte mit gewohnt aggressiver Wonne, um die Stimmung der rund 600 Besucher ordentlich anzuheizen. Zu „Phobia“ gelang es ihm sogar, das Publikum zu einem nahezu flächendeckenden Circlepit zu animieren, den ich in diesem Ausmaß zumindest in der Garage noch nicht erleben durfte. Reife Leistung! Nach zahlreichen, bewährten Klassikern (z.B. „Betrayer“, „Extreme Aggression“, Pleasure To Kill“ usw.) als auch etlichem Material neueren Datums, das den Livetest mit Bravour bestand („From Flood Into Fire“, „Civilization Collapse“, „Death To The World“ etc.) entließen KREATOR die schwitzende Gemeinde mit den obligatorischen Rausschmeißern „Flag Of Hate“ und „Tormentor“ glücklich in die Nacht und versprachen artig, bei nächster Gelegenheit wieder vorbeizuschauen. KREATOR, in dieser bestechenden Form seid ihr jederzeit wieder herzlich willkommen!

Setliste Kreator

  1. Personal Jesus (Johnny Cash)
  2. Intro: Mars Mantra
  3. Phantom Antichrist
  4. From Flood Into Fire
  5. Enemy Of God
  6. Phobia
  7. Hordes Of Chaos
  8. Civilization Collapse
  9. Voices Of The Dead
  10. Extreme Aggression
  11. People Of The Lie
  12. Death To The World
  13. Coma Of Souls / Endless Pain
  14. Pleasure To Kill

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  1. The Patriarch
  2. Violent Revolution
  3. United In Hate
  4. Betrayer
  5. Flag Of Hate
  6. Tormentor
Brausi
  • Autor: Brausi