OST+FRONT ULTRA-Tour 2016 in Mannheim

Ost+Front-Ultra-Tour mit Hemesath am 16.01.2016 im MS Connexion, Mannheim

Neues Album, neue Tour. „Ost+Front“ stürmen endlich wieder die Bühnen, mit einem neuen Album, neuen Liedern und einem neuen Bühnenbild. Dieses ist das erste Ultra-Wochenende und damit der Start für eine vielversprechende Tour, die bis über die Landesgrenzen hinaus geht. Der gestrige Stopp hieß „Mannheim, MS Connexion“ und darüber möchte ich euch gerne ein bisschen was erzählen.

Als uns Ende der Woche, der von vielen heißersehnte Winter erreichte… hm, irgendwie klingt das falsch, aber egal. Jedenfalls, als der erste Schnee fiel und die Straßen unter sich begrub, sah ich den Abend schon in weite Ferne rücken. Da sich das Wetter aber stabilisierte, konnte man freudig zu viert die Reise antreten. Da man das Wetter dennoch nie genau einschätzen kann, traten wir die Reise etwas früher an und erreichten auch dementsprechend früh unseren Zielort. Da alle hungrig waren, abgesehen von mir, ich war nur hungrig auf musikalische Leckerbissen, kam es das man die naheliegenden Gaststätten abklapperte, auf der Suche nach was Essbarem. Dies entwickelte sich allerdings zu einer Odysee, die uns durchs abendliche Mannheim irren ließ und nachdem man von mehreren Gaststätten vertröstet wurde weil wir nicht reserviert hatten, fanden meine hungrigen Begleiter ihr Magen-Heil in einem kleinen Imbiss. Also merkt euch, wenn ihr mal nach Mannheim kommt und irgendwo essen wollt: reserviert vorher!

Hemesath
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Ost-Front
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Pünktlich, kurz vor Einlass, trafen wir wieder beim Veranstaltungsort „MS Connexion“ ein und während sich vor der Tür eine Warteschlange bildete, verkürzte man die Wartezeit mit Plaudereien. Da sich in der Location mehrere Räumlichkeiten befanden, kam es leider zu einigen Missverständnissen. So kam es, dass sich Leute bei uns anstellten, die eigentlich zu einer anderen Veranstaltung wollten, andersrum war es leider genauso. Da muss ich sagen, das hätte man schon ein bisschen besser ausschildern können. Ich will nicht wissen, wie viele deswegen zu spät kamen.

Im Gegensatz zu manchen Lokalen, wurde uns nach einer kurzen Wartezeit endlich der Einlass gewährt und nachdem man die Location nebst Merchandise-Ständen inspizierte, begrüßte man die anwesenden, bekannten Gesichter und freute sich den ein oder anderen mal wieder zu sehen. Ich bin der Meinung, Konzerte sind sowas wie Familientreffen und statt Kaffee und Kuchen gibt’s köstliche Musik. So sollte es auch diesmal sein.

Gegen 20 Uhr, betraten die 5 Jungs von „Hemesath“ die Bühne. Bis auf ein Interview in der aktuellen „Legacy“, kannte ich von den Münsterländern noch nichts, daher war ich sehr darauf gespannt, was man uns kredenzen würde. Direkt beim ersten Song kam eine gute Stimmung auf, leider war das Publikum noch nicht richtig in Feierlaune, was ich aber mal auf die Menge der Besucher schiebe, die war nämlich recht übersichtlich. Neben Songs der EP „Rot so rot“, bekam man auch Lieder der aktuellen Scheibe „Für euch“ geboten. Was mich sehr gefreut hat, war das ich eine Antwort auf die Frage der Namensherkunft bekam. So kündigte Sänger Christopher an, dass zwischen den Songs die Namensherkunft gelüftet wird. Es stellte sich heraus, das der Namensgeber eine Metzgerei in der Nachbarschaft der Band sei, weil diese das beste Mett hat. Bei den Worten „Mett“ und „Metzgerei“ konnte ich nicht anders, als lauthals in Bühnenrichtung „Menschenfleisch“ zu rufen. Ich nenne es das „TripleME-Syndrom“ oder einfach „Mett-Tourette“, „MEtzgerei-MEnschenfleisch-MEtt“. Kleiner Spaß. Dennoch lag ich damit gar nicht mal so verkehrt, denn als ein Lied mit dem Titel „Hannibal“ angekündigt wurde, da wusste ich direkt, das wird ein fleischiger Song, der einfach nur prädestiniert ist, für solch einen Abend. Hat mir persönlich am besten gefallen, neben „Aus die Maus“ und „Vater“. Unter Applaus und der Aufforderung nach „Ost und Front“ zu rufen, verließen die Münsterländer die Bühne. Also ich fand den Auftritt gut, keine Frage. Sie verstehen ihr Handwerk und spielen sicher nicht erst seit gestern. Was mich allerdings beschäftigt, ist die Frage in welche Kategorie man „Hemesath“ einordnen kann. Neue deutsche Härte würde ich verneinen. Ist aber letzten Endes auch egal, es war ordentlicher, lauter Rock mit derben deutschen Texten und für sowas bin ich persönlich immer zu begeistern. Ich habe mir das Album mal mitgenommen und werde es mir die Tage mal anhören, ich freu mich schon drauf.

Kurz darauf wollte ich mich etwas mit der Band unterhalten und mir wirklich die hundertprozentige Bestätigung für die Namensherkunft geben lassen, weil ich es einfach nicht glauben wollte. Ich muss aber sagen, die Idee ist definitiv originell. Fleisch ist Fleisch, nicht wahr? Nachdem ich meine Bestätigung bekam, erzählte ich dass ich tatsächlich eine „Hannibal“-Maske dabei hätte, nebst Hintergrund dazu und so kam die Idee für ein gemeinsames Foto mit der Band. Leider weiß ich nicht wer das Bild geschossen hat, ich hoffe das taucht noch auf. Interessant fand ich, dass mittlerweile so mancher Nörgler, der sich beim Soundcheck über das Alter der Band wunderte, nun dort stand und sich eine CD gekauft hat. Ich finde das spricht doch für die Band, oder?

Mittlerweile war es ca. 21:30 Uhr und es sollte nicht mehr lange dauern bis die Mannen von „Ost+Front“ auf die Bühne treten. Man konnte ein komplett neues Bühnenbild bewundern, das Bilder vom Brandenburger Tor, einem Panzer und einem Oldtimer beispielsweise beinhaltet. Die Nebelmaschine verhüllte die ganze Bühne und unter einem neuen Intro, trat einer nach dem anderen hervor und als sich der Nebel langsam verzog, schlug der Opener „Sternenkinder“ mit einem mächtigen Bassbrummen von Wilhelm Rotlauf ein wie eine Bombe. Kam live definitiv scheppender rüber als auf der CD, also schon mal ein perfekter Start. Nicht nur das Bühnenbild bekam optisch eine Auffrischung, auch Eva Edelweiß bekam neue Kleidung, nämlich ein richtig hübsches Dirndl. Als ich das Cover zum kommenden Album „Ultra“ sah, hoffte ich insgeheim, wie viele andere auch, das Sie dieses Outfit auch auf der Bühne trägt und so sollte es tatsächlich sein, Sie sah richtig süß aus! Frontmann Herrmann, Verzeihung, OST+Frontmann Herrmann hatte das Publikum feste im Griff und schmetterte eine Bombe nach dem anderen, bei dem kein Nacken stillhalten konnte, so mancher ausgiebig hüpfte und bei „Feuerwasser“ gierig nach einer Wodka-Cola Erfrischung lechzte. Saftige Bandhymnen wie „Fleisch“, „Denkelied“ oder „Heimat Erde“ wurden selbstverständlich aus voller Kehle mitgesungen. Sehr gespannt lauschte ich den neuen Songs und bis jetzt hatte jeder einzelne Ohrwurm-Charakter. Beispielsweise „Fick dich“, „Afrika“ oder „Fiesta de Sexo“, den Eva Edelweiß mit einem riesen Sombrero bestückt gemeinsam mit Herrmann sang, blieben direkt im Kopf und schüren die Vorfreude auf das bald erscheinende Album ins unermessliche. Als nach „Ost+Front 2014“ die Mannen die Bühne verließen, dauerte es selbstverständlich nicht lange, bis die ersten „Zugabe!“ riefen. Dieser Bitte kamen „Ost+Front“ kurz darauf nach und schlugen dem Publikum zum krönenden Abschluss „Bitte schlag mich“ mitten in die Fresse, während es von der Bühne knallrote Ballons hagelte, mit denen sich so mancher wieder wie ein Kind fühlte und nochmal richtig ausgiebig rumtobte. So mancher ließ sie platzen, warf sie herum oder stopfte sie sich unter das Shirt, ganz egal, jeder hatte Spaß dabei. Unter Applaus verließen „Ost+Front“ die Bühne und Eva warf dem Publikum zum Abschied ihre Handschuhe zu, so als stünde Sie auf einem Balkon, unter dem ein Verehrer ihr ein Ständchen singt. Wenn man schon mehrere Auftritte von „Ost+Front“ gesehen hat, dann fällt einem eine Verbesserung auf, Eva beispielsweise bewegt sich trotz eingeschränkter Sicht immer sicherer und fester. „Ost+Front“ klingen härter und besser als je zuvor. Der alte Spruch „Nomen est Omen“ ist in diesem Falle angebracht. Prädikat: Besonders Ultra!

Mein Fazit: Ein grandioser, unvergesslicher Abend. Das Publikum hätte meiner Meinung nach etwas größer sein können und über ein, zwei kleine Schönheitsfehler der Location kann man locker hinweg sehen.

An dieser Stelle möchte ich mich bei den Veranstaltern, den Bands, nebst ihren Crews und dem Publikum bedanken, es war einfach nur fleischig-genial!

Vielen Dank fürs lesen!

Bis zum nächsten Konzert, euer

Tim Frontfleisch

Artikel: Tim Frontfleisch

Fotos: Anhur

 

Vielen Dank an dieser Stelle an Tim Frontfleisch vom Ost+Front Fanclub, dafür dass wir den bereits bei wave-of-darkness.de erschienen Artikel nutzen durften. Der war einfach besser als das selbst geschriebene ;-)

 

 

Anhur
  • Autor: Anhur