Queensryche - Condition Human European Tour

Mittlerweile ist es ganze sieben Jahre her, dass QUEENRYCHE letztmals die Garage unsicher machten. Zu dieser Zeit noch mit Ur-Sänger Geoff Tate unterwegs, von dem sich die Band aufgrund umfangreicher bandinterner Schwierigkeiten 2012 trennte, wussten die US-Amerikaner live alles andere als zu überzeugen. Damals nervte mich insbesondere Tates arrogant wirkendes Rumgepose durch z.B. selbstdarstellerische Pseudo-Saxophon-Einlagen dermaßen, dass ich vorzeitig den Konzertsaal verließ. Nach mehreren schwachen Alben in Folge zeigte man sich damals also auch auf der Bühne Welten davon entfernt, dem eigenen Kultstatus gerecht zu werden.

Die Neubesetzung am Mikro durch Goldkehlchen Todd La Torre erwies sich dann als absoluter Glücksgriff, denn sowohl das "Comeback-Album" "Queensryche" (2013) als auch die neueste Scheibe "Condition Human" feierten Kritikern und Fans gleichermaßen ab. Quasi ein zweiter Frühling für die Band, welcher sich Berichten zufolge auch live wiederspiegeln sollte. Von daher fuhr ich sehr gespannt nach Saarbrücken, um mich selbst zu überzeugen. Unterstützung erhielten QUEESRYCHE diesmal durch die mir bis dato unbekannten METHODICA und ARCHER. Vorhang auf...

Methodica
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Archer
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Queensryche
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METHODICA hatten als Opener mit den Umständen zu kämpfen, dass sie eine halbe Stunde vor dem angekündigten Konzertbeginn loslegen mussten und sich demensprechend wenig Nasen vor der Bühne tummelten. Dennoch boten die Progressivrocker einen soliden, 30-minütigen Gig. Während optisch die Kopfbedeckung des Keyboarders in Form eines Zylinders besonders hervorstach, setzte vor allem Sänger Massimo Piubellis gefühlvoller Gesang akustische Akzente. Stilistisch, insbesondere was die Songstrukturen angeht, erwiesen sich die fünf Italiener allerdings im Vergleich zum übrigen Line-up als zu "verkopft", sodass der Stimmungsfunke nicht so richtig zum Publikum überspringen wollte. Nichtsdestotrotz freut es mich, die Band kennen gelernt zu haben.

Setliste Methodica

  • Destruction Of Idols
  • J
  • The Angel Lies Dying
  • The Lord Of Empty Spaces

Nicht nur sound- sondern auch haartechnisch deutlich voluminöser ging es anschließend bei  ARCHER zur Sache. Den US-Amerikanern gelang es im Laufe der folgenden Dreiviertelstunde mit "weniger Kopf" und "mehr Bauch" das anfangs eher zurückhaltende Auditorium in eine begeisterte, nach Zugabe lechzende Meute zu verwandeln. Spätestens beim Megadeth-Cover "Tornado Of Souls" gab es kein Halten mehr. Ein richtig geiler, energiegeladener  Auftritt, bei den die Köpfe des Trios permanent kreisten und die Matten flogen. Ein gepflegtes, fast schon headlinerwürdiges Old-School-Kulturangebot vom Feinsten. Besondere Fannähe bewies Sänger/Gitarrist Dylan Rose, der es sich nicht nehmen ließ, nach dem letzten Song in den Fotograben zu hüpfen, um der kompletten ersten Publikumsreihe persönlich die Flosse zu schütteln.

Setliste Archer

  • Hell In A Handbag
  • Culling The Weak
  • Shaddes Of Fate
  • Beneath The Dream
  • World Of One
  • Tornado Of Souls
  • Day That Never Came
  • Dawn Of Dilution

Um es kurz zu machen: Es stimmt. QUEENSRYCHE haben vor allem durch La Torre definitiv wieder an Stärke, Sympathie sowie Authentizität gewonnen. Die Jungs wirken auf der Bühne deutlich motivierter und frischer als zuletzt. Das Schiff scheint wieder auf Kurs zu sein. Natürlich könnte man der Band vorhalten, dass sie überwiegend von ihrem Erfolg in den Achtzigern bzw. frühen Neunzigern zehrt, zumal lediglich drei der insgesamt vierzehn gespielten Songs aus der Bandhistorie nach 1990 stammten. War mir aber, ehrlich gesagt, total ladde! Dass ich auf meine alten Tage Klassiker, wie "Operation Mindcrime", "Best I Can", "The Mission" und natürlich "Empire" nochmals livehaftig genießen durfte, trug erheblich zu einem gelungenen Konzertabend bei. Ohrale Folterinstrumente, wie das eingangs erwähnte Saxophon, blieben diesmal glücklicherweise im Koffer. Den absoluten Stimmungshöhepunkt stellte das kultige "Queen Of The Reich" dar, das mir vor allem beim einleitenden Scream einen wohligen Schauer über den Rücken jagte. Geil! In diesem Zustand dürfen uns QUEENSRYCHE jederzeit gerne wieder beehren.  

Vorhang zu...

Setliste Queensryche

  • Guardian
  • Operation: Mindcrime
  • Best I Can
  • Damaged
  • The Killing Words
  • The Mission
  • Silent Lucidity
  • Empire
  • Eye9
  • Queen Of The Reich
  • Jet City Woman
  • Take Hold Of The Flame

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  • Screaming In Digital
  • Eyes Of A Stranger
Brausi
  • Autor: Brausi