VNV NATION Live 2019 Noire-Tour

So, 17.02.2019; 19:00 in der Garage, Saarbrücken

VNV Nation sind anlässlich der Veröffentlichung des kommenden Albums „Noire“ seit dem 12. Oktober 2018 auf gleichnamiger Welttournee und besuchen uns an diesem Tag hier im Saarland.

Fans kennen und lieben ihre unvergesslichen, energiegeladenen und inspirierenden Liveauftritte. Der Sound vermischt poetische und nachdenkliche Texte und emotionale Musik, die von elektronischen Beats, alternativen Hymnen und eindringlichen Balladen bis hin zu postklassischen Werken reicht. Als Anhur mir die Redaktion des Konzerts anbietet sage ich direkt zu, denn es verspricht eine Show mit Songs aus dem neuen Album sowie den „Fanlieblingen“ und Raritäten zu werden.
"VNV" steht für "Victory Not Rageance" und unterstützt die Kernbotschaft des Künstlers: "Man sollte danach streben, nicht in bitterem Bedauern sitzen". Ronan Harris ist Sänger, Songwriter, Produzent und leitet als Mastermind dieses europäisches Alternative Electronic Projekt, das nie einer bestimmten Musiksparte ganz zugehörig war und ist. Mit ihren letzten drei Alben erreichte VNV Nation immer neue Höhen in Form von Top 10 Platzierungen in Deutschland, sowie Top 5 der Billboard Charts in den USA. Ronan Harris wurde in Dublin, Irland geboren und lebt in Hamburg, Deutschland. Er beschreibt „Noire“, das erste Studioalbum seit 5 Jahren, als „dunkle und intensive Energie, die sich nicht zurückhält“.
An diesem Abend ist die Garage bereits vor dem eigentlichen Konzert- Beginn gut gefüllt. Als Opener fungiert Ivardensphere.

iVardenphere
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VNV Nation
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Im Rahmen meiner Recherchen habe ich überrascht festgestellt, dass es zwei Gruppierungen mit diesem Namen gibt. Die eine ist iVardenphere, eine sechsköpfige Band, welche schon im Vorprogramm von VNV Nation aufgetreten ist. Die andere ist Ivardenphere, ein kanadischer DJ, der im Bereich der kommerziellen Tanzmusik unterwegs ist. Dieser ist aktuell auf Platz 6205 der DJ Rang-Liste (www.djrankings.org). Letzterer ist es der heute die Musik für uns auflegt. im Prinzip aufgrund seines Stils eine eher ungewöhnliche Wahl, die aber bei den Gästen großen Anklang findet. Gelobt werden die Fingerfertigkeit des DJs und seine Art zu mischen. Je länger er spielt desto größer wird der Zuspruch seitens des Publikums und nach jedem Lied erhält er mehr Applaus. Ein spannende Intro für VNV Nation.

Für mich gehörte dieser Abend niemand anderem als VNV Nation. Schaut man sich das Publikum an, sieht man natürlich sehr viele in schwarz gekleidete Personen. Inzwischen aber auch Menschen, die man zumindest mal aufgrund ihres Outfit, nicht unbedingt bei einem VNV Nation Konzert vermuten würde. VNV sind der „schwarzen Szene“ entwachsen und generieren Fans in völlig unterschiedlichen, musikalischen Genres und unterschiedlichsten Altersgruppen.
Der erste Song des Abends 'A Million' vom neuen Album "Noire" beginnt mit einer ruhigen und sanften Melodie und gerade wenn man denkt, es  handle sich um einen typischen, minimalistischen Intro-Song handelt, beschleunigt der Song überraschend sein Tempo und verwandelt sich in einen dynamischen Up-Tempo-Opener. Die schnellen, beharrlichen Clubbeats begleiten den Text perfekt und zeigen eine apokalyptische Landschaft aus Gewalt und Krieg, die entsteht, sobald die "sterbende Sonne die Nacht vorwegnimmt". Schlagartig steigt die Stimmung im Saal.
Ganz anders das übernächste Lied, die Synthie-Pop-Melodie von 'Armour' fühlt sich an wie eine willkommene Ablenkung nach den verstörenden und gewalttätigen Bildern des ersten Songs. Dieser Song ist viel optimistischer und erinnert uns daran, dass es immer jemanden oder etwas geben wird, der uns vor den Gefahren der Welt schützt.
Weiter geht die Reise durch die beeindruckenden Themen und Texte von VNV Nation. Ein weiteres Highlight des Abends "When is the future" handelt von der Suche nach Antworten, während die Zeit zu schnell zu vergehen scheint und alles in eine ungewisse Zukunft mündet. Mit seinen regelmäßigen Beats und Pop-Elementen tanzen alle Anwesenden in eine für die nächsten 1,5 h dagegen gewisse Zukunft.
Einige Songs später beschreibt "God of All' die lebenslange Suche nach einem Gott, der entweder nicht existiert oder sich einfach entscheidet, dich in Ruhe zu lassen, während die Welt um dich herum zusammenbricht. Genau wie der erste Song scheint sich "God of All" mit wichtigen Themen unserer Zeit auseinanderzusetzen, wie endlose Kriegstreiberei und der Mangel an Mitgefühl und Liebe.
Obwohl einige Lieder später  'Lights Go Out' nicht die gleichen dunklen Schläge aufnimmt, ist seine Botschaft nicht weniger düster. Genau wie die Alarme, die in den Texten hervorgerufen werden und alle dazu auffordern, für die Nacht Zuflucht zu suchen, beginnt der Song mit genau dem gleichen Klang und führt eine morbide Landschaft ein: Während draußen der Krieg tobt, versuchen die Leute zu vergessen, was außerhalb des Kellers passiert, in dem sie für die Nacht gefangen sind, lachend und tanzend, auf die Entwarnung wartend. Im letzten Drittel des Konzert bringt uns "Immersed" zurück zu den Themen des Albumbeginns und versetzt uns in den immerwährenden Kampf zwischen Gut und Böse. Dieser Song ist definitiv einer der Songs auf dem Album mit den kräftigsten, mitreissendsten  Beats.

Dies um nur einige der an diesem Abend gehörten neuen Songs  aus "Noire" näher zu betrachten. Es ist unmöglich auf alle Lieder im Detail ein zu gehen, aber wie erwartet haben VNV Nation an diesem Abend die ganze Bandbreite ihres Könnens gezeigt: Hits der Band und Raritäten wechselten sich ab mit den beschrieben neuen Songs. Die unglaubliche Energie und Emotion des Auftritts haben uns alle bewegt. Die Menge tanzt begeistert bis zuletzt und singt laut und textstark die meisten Lieder mit. Mal mit mal ohne Ronan Harris, der gut gelaunt die Menge mit seinen eindringlichen Balladen betört hat.

Alle Befragten, nicht nur eingefleischte Fans, sind sich einig, dass es ein großartiges Konzert war - mit einer sehr guten Abmischung des Sounds seitens der Garage.
Danke für diesen wunderbaren Abend an VNV Nation und die Garage.

Wir wünschen der Band  weiterhin viel Erfolg auf der weiteren Tournee und hoffen auf ein Widersehen.

Hier noch die vollständige Setlist des Abends:

  • A Million
  • Retaliate
  • Armour
  • Space and Time
  • Sentinel
  • When is the Future
  • Honour 2003
  • Tomorrow never comes
  • The Farthest Star
  • Illusion
  • God of All
  • Epicentre
  • Chrome
  • Lights Go Out
  • Control
  • Carbon
  • Homeward
  • Immersed
  • Resolution
  • Perpetual

Text: Baghira

Bilder: Anhur

Baghira
  • Autor: Baghira