Elfia 2013 im Schloßgarten Kasteeltuinen

„Drachen und Hobbits“ in ELFIA 2013 Drachen sind ja seit jeher aus vielen phantastischen Erzählungen bekannt, und selbst Hobbits sind seit der Filmtrilogie „Der Herr der Ringe“ jedermann ein Begriff. Aber was ist „ELFIA?“

 

„ELFIA“ ist schlicht und einfach Europas größtes und schönstes Fantasiefestival. Das diesjährige Programm wurde am 14. und 15. September für ca. 20000 Fantasieanhänger aus ganz Europa dreisprachig präsentiert – in Niederländisch, Deutsch und Englisch.

„ELFIA“ ist ein Mix aus Konzerten, Lesungen und Schlachtengetümmel, aus Workshops, Marktreiben und Actiontheater: Neben den Konzerten eines Hobbitorchesters, das tolkiensche Lieder und Stücke aus Fantasie- und SciFi-Filmen zu Gehör brachte und der niederländischen Band „Amariszi“ die Balkan-Folk mit Kiezmer-Elementen mixten war sicherlich der Auftritt der deutschen Pagan-Folk-Band „Faun“ ein echtes Highlight unter den Liveacts. In „Elfias“ Wassergarten wurde auf einer schwimmenden Bühne von acht Geschichtenerzählern ein Erzählmarathon in drei Sprachen ausgetragen. In der „Samurai-Ecke“ konnten interessierte Besucher an Kendo-Workshops teilnehmen, die asiatische Kampfkunst bestaunen oder sich in „Zen-Bogenschießen“ üben. „Maledictus“ aus Tschechien faszinierte die Zuschauer am Samstagabend mit einer abwechslungsreichen Show aus Actiontheater mit Stuntelementen, während die Theaterkünstler von „Abacus“ mit stählernen Drachenkonstruktionen gigantischen Ausmaßes die Schlossgärten in einen märchenhaften Zoo der anderen Art verwandeln.

„ELFIA“ versteht sich als ein tatsächliches Königreich jenseits des Alltags. Dies bemerken Besucher spätestens dann, wenn sie den Wassergraben des Schloßes in Arcen überqueren und den Schlosshof betreten. Wie das? Überall wehen Elfias Flaggen, erklingt Elfias Hymne und flanieren die Bewohner Elfias. Diese haben auch in diesem Jahr die Königswahl demokratisch entschieden: Mit Königin Morgana alias Lea Franzen hat Elfia eine Königin aus dem Kreis Düren. Gemeinsam mit Kalina alias Gonnie Stals aus den Niederlanden wurde sie am 14. September offiziell inthronisiert. Auf die Frage, was sie an Elfia so sehr mag, antwortete Franzen: „Einmal Prinzessin sein, welches Mädchen träumt nicht davon?“ Dann ergänzte sie: „Mir fiel auf, dass es in Elfia immer friedlich zugeht und jeder so sein und aussehen kann, wie er will – ob als Troll oder als Prinzessin. Dieser Gedanke, das Friedliche und Tolerante fasziniert mich bis heute.“ Oder wie Organisator Struik es ausdrückt: „Elfia ist ein bisschen wie Woodstock – alles darf sein, jeder darf mitmachen.“ Und tatsächlich: Elfia hat in seiner fünfjährigen Arcener Geschichte noch kein einziges Mal polizeiliche oder sicherheitstechnische Unterstützung benötigt. Und so finden sich Waldelfen mit bizarr belaubten Flügeln in trautem Gespräch mit Sturmtrupplern und Piraten, da erlernt der einem Jules-Verne-Roman entsprungen scheinende Steampunk gemeinsam mit einem Ritter und einem Bodypainting-Modell die hohe Kunst des Kendo, während sich die als Hobbits verkleideten Sprösslinge ein paar Meter weiter den Bauch mit mittelalterlichen Fladenbroten vollschlagen.

„ELFIA“ steht für mich vor allem auch für einen besonderen Flair: Der entsteht einerseits durch die zahlreichen kostümierten Besucher die weder Kosten noch Mühen scheuen dieses kreative Hobby auszuleben und andererseits durch die wunderschöne und traumhafte Kulisse in den Schloßgärten von Arcen die auch ohne das Festival immer eine Reise wert sind.

Fotos: Bernd & Stefan

Stefan Burgard
  • Autor: Stefan Burgard