Elfia 2015

19./20. September 2015,  Kasteeltuinen, Arcen

Vorwarnung:
Im Gegensatz zu meinen Vorschreibern Anhur und Stefan hatte ich die Elfia noch nie zuvor besucht, weswegen ich mich in diesem Artikel nicht auf die Veranstaltungen der Vorjahre beziehen kann. Vergleichen kann ich – wo angebracht - lediglich mit der FaRK im August … insofern bitte ich um Milde.

Hatte Anhur nicht erst noch in einem der letzten Elfia-Artikel darüber nachgedacht, seine Fotografenausrüstung in ein Kostüm zu integrieren? Siehe da, in diesem Jahr ging er tatsächlich kostümiert auf die Jagd nach Gewandeten, Cosplayern und Masken. Militärisch aufgerüscht hatte er sogar Gelegenheit, eine Go-Pro an den Helm zu knipsen, aber leider schützten ihn seine Tarnmuster nicht davor, Verkleidete höflich zu fragen, ob er sie fotografieren dürfe .

Der Samstag begann mit  … Regen. Das sei Tradition, ließ ich mir von den Männern erklären, aber musste es uns deswegen auch gefallen? Schon der Weg vom Parkplatz in die Schlossgärten war von durchweichten Opfern der Regengüsse gesäumt. Es gelang mir, einen Pappmaché-Kanarienvogel aus einer Pfütze zu bergen und in mein ‚Kostüm‘ zu integrieren. Dem schadete der Regen eher nicht – als gemischte Military/Endzeit-Truppe (nur Donna Christina ging als sie selbst ;) ) waren wir der Witterung nicht ganz hilflos ausgeliefert.

Der Regen hielt noch ein Weilchen an, das wir im Schloss verbrachten. Mit Horden anderer Kostümierter begutachteten wir ausgestellte Kunstwerke und feilgebotenes Kunsthandwerkliches, bis der Himmel am frühen Nachmittag ein Einsehen hatte. Als Regenschauer Wattewolken wichen, wagten wir einen Ausbruch und zwängten uns an einer Horde Disney-Prinzessinnen vorbei ins Freie.

 

Wo sich auf der FaRK in Landsweiler-Reden Massen von Zombies und retrokalyptischen Truppen durch Industrieruinen wälzten, verloren sich hier die nicht minder zahlreichen Elfen, Wundertiere und Sith-Krieger beinahe in den weitläufigen Schlossgärten. Die bestehen aus höchst unterschiedlich kultivierten Stücken und Stückchen Land und Wasser und sind schon an sich sehenswert, doch als Kulisse für ein Fest der Fantasie … man sollte es selbst gesehen haben. Hier ein steampunkiger Zuckerwatte-Marktstand, dort ein idyllischer Koi-Teich, drüben ein mittelalterliches Zeltlager, anderorts wiederum ein Zen-Garten inklusive meditierendem Jedi. Im Wald posierte ein Road Warrior, der Tod produzierte sich vor Fotografen, auf der Bühne musizierten Spielleute, ein Springteufel genoss den Spätsommer auf der Wiese, Herbstfeen ruhten sich mit ihren Kitzen im Biergarten aus, gruselige Clowns gingen auf Zuschauerfang. Glücklicherweise blieben der restliche Samstag wie auch der Sonntag vom Regen verschont.

Die Dinosaurier hätte das kaum interessiert – der niederländische Jurassic-Park-Ableger residierte im tropischen Gewächshaus. Zwischen Dschungelpflanzen tummelten sich neben Parkangestellten und dazugehörigen Vehikeln auch Dino-Modelle und Animatronics … und durch die Besuchermenge flanierte ein leibhaftiger Raubsaurier! Na schön, in Wahrheit handelte es sich um einen kostümierten Menschen, aber eindrucksvoll war es doch.
Auch Professor Abraxos Schlangen- und Zaubershow fand im Gewächshaus statt, aber wegen des großen Andrangs bekam ich so gut wie nichts davon mit – außer, dass unsere Gruppenjüngsten später begeistert berichteten, dass sie auf die Bühne gebeten worden waren.

Was war noch einmal das Thema der diesjährigen Elfia? Ach ja, Games of Thrones. Da ich die Bücher nicht gelesen und mich nur rudimentär mit der Fernsehserie beschäftigt habe, konnte ich leider nicht viele thematisch Kostümierte entdecken – Tim und Struppi  oder Asterix und Obelix (gender-swapped) zu identifizieren fiel mir wesentlich leichter. An einem Getränkestand verlustierten sich einige Männer der Nachtwache, Anhur liefen Khal Drogo und die Khaleesi vor die Linse, aber mehr offensichtliche GoT-Kostüme konnte ich nicht ausmachen.
Apropos Kostüme: Was ist das schlimmste, was jemandem auf einer Con passieren kann, nachdem er wochen- oder sogar monatelang an seinem Outfit herumgebastelt hat? Genau, ein Verkleidungsschaden, der mit den mitgeführten Mitteln nicht auf die Schnelle behoben werden kann.  Zum Glück gibt es Cosplay-Medics! Zwei Kostümsanitäter-Einsätze konnte ich aus nächster Nähe mit ansehen: Einmal musste eine Schuhsohle befestigt, ein andermal ein aufwendiges Hexengewand verarztet werden. Dagegen waren die beiden in meinem Gurtzeug eingeklemmten und herausgerissenen Lunten Kinderkram, doch auch sie behandelte der heldenhafte Tactfix schnell, sachkundig und effektiv mit der Heißklebepistole. Elfia gerettet.

Fazit

Wer sich noch nie überlegt hat, die Elfia zu besuchen: Tut es! Macht es! Hingehen!
Egal, wie alt Ihr seid, egal, ob ihr euch eher für Piraten, Ritter, Klingonen, Videospiel-Kultur oder das mittelalterliche Japan interessiert – wer Freude an aufwändigen Verkleidungen, am Fotografieren und/oder an wunderschönen Parklandschaften hat, sollte sich die Elfia nicht entgehen lassen.
Nebenbei bemerkt: Zumindest für mich hat sich die Frage geklärt, warum es in Arcen so wenige Zombies gab. Das lag an der Präsenz der niederländischen Zweigstelle der Umbrella Corporation, deren Trooper sich schwer bewaffnet und gut gedrillt zusammen mit einigen der jüngeren Besucher auf die Zombiehatz begaben und denen kaum ein Virusträger entging. Dem Nachwuchs gefiel es sichtlich.
Mir auch.

Fotos: Anhur

Artikel: Crowfield

 

 

Nicole Schuhmacher
  • Autor: Nicole Schuhmacher