Coppelius in der Kammgarn - 27.9.2008 „Kammer-Core vs. Kammermusik-Core“

Am Samstag, dem 27.9.2008 laden die Coppelianischen  Herren zu einem musikalische Event in das Kulturzentrum Kaiserslauterners, die Kammgarn, ein. Für die Fans, welche der Coppelianischen Gesellschaft angehören hat das Erlebnis bereits am Nachmittag mit einem Fantreffen begonnen, welches nach dem Konzert durch die Anwesenheit der Band Höhepunkt und Ende finden soll. Ein wenig bedaure ich es, mich nicht eingetragen zu haben.

Die Band

Ich freue mich auf mein drittes Konzert mit dieser einzigartigen Band. Coppelius gilt zu Recht als besonders gute Liveband. Neben der außergewöhnlichen Interpretation von Heavy Metal durch den Einsatz von Kammermusik-Instrumenten (Klarinette, Cello und Kontrabass) anstelle von E-Gitarre und E-Bass hat vor allem das schlüssige Konzept zum Erfolg der Band beigetragen.

Von der  fiktiven, fantasievollen Bandgeschichte, die bis in das vergangene Jahrhundert zurückreicht,  über die im Stil des frühen 19ten Jahrhunderts gehaltenen Kostüme und Requisiten bis hin zur einzigartigen furiosen Bühnenshow bleibt die Band sich selber treu. Geschichte und Liedtexte sind stark von E.T.A. Hoffmann beeinflusst. Man findet oft Betrachtungen über den modernen Menschen, schwarz-romantische Schauergeschichten, Drogenerlebnisse und Reflexionen über die „Zeit“, so auch der Titel des aktuellen Albums.

Bemerkenswert ist auch die Übernahme des Kleidungsstils und der höflichen Umgangsformen durch die Fans. Dies führt zur sehr dichten Atmosphäre in der Kammgarn.

Das Ziel

Da ich es mir zur Gewohnheit machen möchte „meine“ Konzerte am Ende mit einem persönlichen Eindruck von den Künstlern zu beenden, beschließe ich heute den Versuch zu starten etwas mehr über  die wahre Identität der mysteriösen Herren in Erfahrung zu bringen. Ob es mir gelingen wird?

Remember Twilight

Gegen 19:45 Uhr betritt die Vorband Remember Twilight die Bühne. Auch sie haben zum Teil klassischen Metal-Instrumente durch eine Oboe und zwei Violinen ersetzt. Etwas zaghaft wirkt die Band, aber auch ambitioniert und begeistert. Und so findet die Band von Anfang an mit Ihren Liedern Anklang beim Publikum. Die Band wird dadurch sichererer und kann so immer mehr der Konzertbesucher mitreißen Als die Musiker von Remember Twilight gegen 20:25 Uhr die Bühne verlassen werden sie begeistert verabschiedet.

Kammer-Core aus dem 19. Jahrhundert“

Um 20:50 Uhr ist es soweit – die Herren von Coppelius begaben sich langsam auf die Bühne. Der typischen Eröffnung durch den Butler Bastille, der eine Laterne entzündet und die Bühne langsam erleuchtet folgten nacheinander die Herren zu Coppelius in Gehrock, Vatermörder, Frack und Zylinder.

Das Publikum ist vom ersten Stück an begeistert und singt enthusiastisch die Lieder mit.

Wie gewohnt zeichnet sich die Show durch Soli der einzelnen Musiker und Interaktionen mit dem Publikum aus.

Die Highlights

So erleben wir wie Schlagzeuger Nobusama bei "Time-Zeit" seine Fähigkeiten durch ein ausgedehntes Schlagzeugsolo, demonstriert. Klarinettist und Sänger Comte Caspar steigt  wie gewohnt er von der Bühne herab und wandert spielend durch die Zuschauermenge. Sissy Voss spielt den Kontrabass selbst am Boden liegend noch herausragend.

Die Zubereitung von giftgrünem Absinth und dessen Verkostung darf ebenso wenig fehlen wie der traditionelle Schlag der Triangel von Butler Bastille. Unterstützt wird er heute durch eine junge Frau, der er sich aus dem Publkum ausgewählt hat.

Beim Stück "Operation" werden die coppelanischen Herren von einem Gastsänger unterstützt, der das Lied mit Comte Caspar zu einem Duett gestaltete. Leider haben wir die Hintergrundgeschichte nicht erfahren, da der Gast, der sich den Weg zur Bühne bahnen musste erst nach dem Liedintro die Bühne erreichte.

Um 22:10 Uhr verlassen Coppelius der Bühne. Butler Bastille lobt die Zuhörer als lautestes Publikum und als das erste, welches die Band mit Gläsern beworfen hat und fordert: „Bitte bewerft mich und verschont die Instrumente.“ – Nun, die Gläser waren eigentlich Pappbecher, muss das sein?

Routinemäßige Rufe nach "Da Capo", (coppelianisches Synonym für eine Zugabe), welches etwas später stilecht zu „Kammgarn HO“ modifiziert wird.

 

Zugabe

Es folgt eine Coverversion von Iron Maidens "Killers", das die Menge zu einem weiteren Stimmungshöhepunkt brachte. Bastille gibt den Zuhörern Anweisung mit Hilfe geschriebene Schilder "Ruhe bitte" und auf der anderen Seite "Applaus".

Vor der zweiten Zugabe wurde einer der leitenden Organisatoren des Fanclubs auf die Bühne gerufen. Man wirft ihm vor nicht richtig mitgemacht zu haben und zur Strafe wird sein langes Haar um gut die Hälfte gekürzt.

Danach erklingen die letzten beiden Lieder des Abends. Zuletzt singt Graf Lindorf die tragische Ballade "1916".

Gegen 22:50 Uhr Butler Bastille tritt im Anschluss daran ans Mikrophon und verabschiede die Zuhörer mit den Worten: "Coppelius hilft!"

 

 

Signing

Kurz nach Ende des Konzertes mischen sich die Bandmitglieder unter die noch anwesenden Gäste. Alle geben geduldig Autogramme und lassen sich mit ihren Fans fotografieren. Einmal mehr wurde stellen sie unter Beweis, dass die Nähe zu den Fans für Coppelius wichtig ist. Und sie fliretn mit der Kamera- Nobusama macht Faxen, Sissy Voss zeigt ein sanftes Lächeln, dass ihn um Jahre jünger als auf der Bühne wirken lässt und Copte Caspar ist cool wie immer.

Bastille  stelle ich meine ultimative Frage nach der Bandgeschichte, aber leider bleibt er natürlich der bisherigen Gewohnheit treu und versteht nicht was ich meine. "Es war alles so, wie es auf der ebseite nachzulesen ist:" Und packt all seinen Charme in ein vielsagendes Lächeln  … Schade.

 

Summa summarum ein gelungenes Konzert mit vielen schönen Momenten.

ab

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