Anruf Samstag Nachmittag - Anhur lädt mich ein ihn auf das Konzert in die Kammgarn in Kaiserslautern zu begleiten. Kurz entschlossen sage ich zu und bin auch quasi schon unterwegs.
In der Kammgarn dann der erste Eindruck, dass Faun (wie z. B. auch Schandmaul) Genre-übergreifend eine illustre Fangemeinde von Menschen aller Altersklassen und Stilrichtungen haben.
Als Vorband betritt die aus Österreich stammende Avantgarde-Metal Band "Dornenreich" die Bühne. 2 Herren mit langen Haaren und einer Akustikgitarre und einer Geige versuchen mit älteren und neueren Stücken die Zuhörer sanft zu betören.
Obwohl gesanglich und instrumentell recht gut, erreichen die beiden den gewünschte Erfolg beim Publikum nur teilweise. Die Auswahl der gespielten Stücke ist zu monoton, die gehauchte Stimme schafft es nur begrenzt die Zuhörer in Ihren Bann zu ziehen. Hie und da ist ein sanftes Gähnen zu beobachten oder wie direkt neben mir die Aussage, dass man ungeduldig "Faun" erwartet.
Die Neue
Dann betreten endlich "FAUN" mit der „Neuen“ - Sandra Elflein, welche die frühere Sängerin Lisa Pawelke ablöste - die Bühne, um Teile ihres Repertoires zum Besten zu geben.
Oliver Satyr, seines Zeichens Sänger, Lautist und vieles mehr, geleitet uns mit netten kurzen Bemerkungen und Anekdoten durch den Abend. Er berichtet von kargen, Hunger-durchlebten Wintermonaten, in denen für die Band vieles im Unklaren war, vieles zu überdenken und neu zu entwickeltn war. Zudem ist zu hören, dass die Band in der neuen Besetzung nur vier Wochen hatte, um die Stücke einzuüben.Und darüber, dass die Band Alles gibt für das Projekt "FAUN" und sein Publikum. Auch Geschichten zu ihren ferngereisten Instrumenten und Erfahrungen im Rahmen der Tour in Spanien hören wir. So hat "FAUN" im letzten gemeinsamen Konzert mit Lisa in Barcelona gelernt, wie die altspanischen Liedtexte richtig auszusprechen sind. Teils redet sich Oliver Satyr inhaltlich fast um Kopf und Kragen bis die anderen Bandmitglieder mit dem Stimmen Ihrer Instrumente fertig sind.
Ausgezehrt sehen "FAUN" nicht aus, eher im Gegenteil frisch und erholt. Die Einflüsse von keltischem Folk, mittelalterlicher Musik und von arabischen Klängen verschmelzen mit treibenden Beats. So be- und verzaubern uns die schönen mehrstimmigen Gesängen von Oliver und den beiden Frontfrauen Fiona und Sandra, wie auch keltischer Harfe, schwedischer Schlüßelfiedel, Drehleier, Dudelsack, Cister, Davul, Waldzither, Flöten und zahlloses Schlagwerk in einem betörendem Ganzen. Sandra hat eine begnadete Stimme, schreibt wunderschöne Lieder (es gibt Kostproben), spielt atemberaubend Geige und dazu noch (so liest man) Flöten, Gitarre und Klavier.
Elfengleich entführen "FAUN" uns mit ihren Texten aus mittelalterlichen Quellen, wie beispielsweise den Minneliedern von Walther von der Vogelweide oder Wizlaw von Rügen in der jeweiligen entsprechenden Sprache. So vergeht die Zeit viel zu schnell, und ehe wir uns versehen, spielen Faun ihre erste Zugabe. Mein persönliches Highligt war ein furios gespieltes "Wind und Geige".
Nach nie enden wollenden Ovationen erscheint die Band zum dritten und letzten Mal mit dem "einzigen Stück, welches noch eingeübt ist" und verlässt schließlich unter viel Jubel und weiteren „Zugabe“-Rufen die Halle.
Alles in allem ein perfektes "FAUN"-Erlebnis.
Dornenreich bei Fauns Ostara Tour 2008
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Faun Ostara Tour 2008
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