Im vergangenen März schlug das neue Album „Sterneneisen“ von IN EXTREMO auf dem ersten Platz der deutschen Verkaufscharts ein. Dies alleine ist natürlich kein Parameter zur Beurteilung von guter Musik; die erstklassigen Songs verbunden mit den Live-Qualitäten der sieben Vagabunden sind es aber zweifelsohne, was sie am 14. April in St. Ingbert wieder einmal eindrucksvoll unter Beweis stellten.
Ort des Geschehens war die gut besuchte Mechanische Werkstatt. Zunächst lag es jedoch an FIDDLER’S GREEN, den Abend zu eröffnen. Der sympathischen, spielfreudigen Folk-Rock-Truppe aus Erlangen gelang es schnell, das Auditorium auf ihre Seite zu ziehen. Von Beginn an sorgten die Fiddler für gute Stimmung, lautstarkes Mitklatschen und Hüpfeinlagen. Einer der innovativen Höhepunkte der Veranstaltung stellte die so genannte „Wall of Folk“ als entschärftes Pendant zur „Wall of Death“ aus dem Metalcore-Genre dar. Bei Letzterer rennen zwei gegenüberstehende Fangruppen vor der Bühne mit hoher Geschwindigkeit frontal aufeinander zu und stoßen zusammen, um ihre noch verbliebenden Gehirnwindungen zu begradigen und sich den Grips aus der Birne zu knallen. Ein bisschen Spaß muss sein… Die etwas pazifistischer angehauchte „Wall of Folk“ jedoch hat zum Ziel, umeinander herumzurennen und möglichst ohne körperliche Kontaktaufnahme von der einen Hallenseite auf die andere zu gelangen. Diese fanschonendere Einlage hatte nebenbei noch den Effekt, dass FIDDLER‘S GREEN auf ihr gleichsam „Wall of Folk“ betiteltes neues Studiowerk hinweisen konnten, welches am 09. September erscheinen soll. Mit dem Rausschmeißer „Folk’s Not Dead“ verabschiedete man sich und ließ eine für IN EXTREMO gut angeheizte Meute zurück.

Zum ausgiebigen Intro erschien der projizierte Flieger des Sterneneisen-Covers auf der großen Bühnenleinwand und drehte einige Runden. Nach dem vom Publikum lautstark mitgezähltem Countdown fiel selbige Leinwand dann, begleitet von genialen Pyro-Effekten, gen Boden und gab mit großem Knall den Blick auf den dahinter liegenden Bühnenaufbau, Feuersäulen und IN EXTREMO frei. Ganz großes Kino!
Die „Extremisten“ stiegen mit dem Titelsong der neuen Scheibe ein, während auf einer zweiten Leinwand im hinteren Bereich der Bühne wechselnde Live-Sequenzen des Konzerts, verschiedene Lichteffekte, Video-Ausschnitte oder zu dem jeweiligen Song passende Bilder zu bestaunen waren. Neben der allgemeinen Stimmung ging auch die Lautstärke der Musik im Vergleich zur Vorband deutlich nach oben, wobei der Sound überwiegend in Ordnung ging. Lediglich phasenweise blieben vom Abmischen her die mittelalterlichen Instrumente für mein Empfinden etwas zu sehr im Hintergrund, was die tolle Stimmung jedoch in keinster Weise beeinträchtigte. So gröhlten die Fans bereits während der ersten, einleitenden Harfenklänge von Dr. Pymonte bei „Vollmond“ den Text lauthals im Chor mit. Einen weiteren Höhepunkt des Auftritts, der eine gut ausgewogene Mischung aus altem und neuem Material bot, stellte der obligatorische „Spielmannfluch“ dar.
Nach „Aufs Leben“ verabschiedete sich die Band zunächst unter frenetischem Jubel von der Bühne, um kurz darauf mit „Gold“ die erste von drei Zugaben zum Besten zu geben. Parallel dazu beschoss man mittels Konfettikanone die Zuhörerschaft mit Goldregen. Auf der Bühne fuhr man schubkarrenweise Goldglitter an, um sich das Edelmetall gegenseitig exzessiv um die Ohren zu schmeißen. Kultig! Es folgte „Mein Rasend Herz“ und das finale „Omnia Sol Temperat“, bevor IN EXTREMO die erschöpften Fans nach Hause entließen.
Beeindruckend, welchen Status sich IN EXTREMO in den letzten Jahren erspielen konnten. Live gehören die Jungs mittlerweile definitiv zur Speerspitze der Mittelalter-Metal/Rock-Szene. Ergänzend hervorzuheben ist auch die beeindruckend harmonische Abstimmung zwischen tollem Bühnenaufbau, umfangreicher Lightshow und hervorragend integrierten Pyro-Effekten, die zu einem rundum gelungenen Abend beitrugen. Jederzeit gerne wieder!!!
Sterneneisen
Frei Zu Sein
Liam
Erdbeermund
Zigeunerskat
Vollmond
Unsichtbar
Herr Mannelig
Horizont
Zauberspruch VII
Siehst Du Das Licht
Stalker
In Diesem Licht
Ave Maria
Hol Die Sterne
Spielmannsfluch
Küss Mich
Viva La Vida
Sängerkrieg
Aufs Leben
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Gold
Mein Rasend Herz
Omnia Sol Temperat
Euer Brausi
loading...sb In Ex-001 In Extremo in der Mechanischen Werkstatt in St. Ingbert.
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