Die Apokalyptischen Reiter - Moral und Wahnsinn-Tour 2011 (Kammgarn, 09.04.11)

Als Anhur und ich in der Kammgarn aufschlugen, wusste noch keiner von uns, ob die Reiter im Rahmen ihrer Moral und Wahnsinn-Tour mit oder ohne Verstärkung auftreten würden. Das sollten wir vor Ort aber gleich erfahren: unterstützt würde der Hauptact von Akrea und Turisas. Letztere waren mir ein Begriff, hatten sie doch schon anno 2004 im Vorprogramm der Reiter gespielt. Akrea waren für mich bis dahin ein unbeschriebenes Blatt – und wenn ich ganz ehrlich bin, hätte ich den Schriftzug, der über der Bühne hing, eher als ‚dregh’ gelesen J.

Langer Rede kurzer Sinn: die Jungs von Akrea, die ich geographisch gleich richtig platzierte (die Band stammt aus der Oberpfalz), haben mich auf Anhieb überzeugt. Ihr mit unglaublichem Enthusiasmus und einer Superlaune vorgetragener Melodic Death Metal hat die Halle gleich richtig auf das eingestimmt, was noch folgen sollte. Bei ‚Imperium’ und ‚Tribock’ tobte der Bär, und auch wenn ich beim letzten Titel, den die Jungs an diesem Abend spielten immer irgendetwas von ‚Alm’ und ‚fensterln’ verstand, was vermutlich nicht der eigentlichen Bedeutung der Lyrics entsprach, war es doch ein perfekter Auftakt für den Rest des Abends. Ich erinnere mich voll Grausen an das, was so manche Vorgruppen bei anderen Anlässen geboten haben.. bei manchen fiel es mir schwer, überhaupt bis zum Hauptact durchzuhalten…

Von Turisas hatte ich gehört. Ich meine auch, mir schon mal ein Video der Finnen reingezogen zu haben; wieso es mir dann nicht im Gedächtnis geblieben war: keine Ahnung. Das, was Turisas in der Kammgarn geboten haben, war jedenfalls Battle Metal vom Feinsten! So prächtig unterhalten habe ich mich schon lange nicht mehr gefühlt, jedenfalls nicht von einem Live Act.

Wie, das ist für einen Konzertbericht nicht ausreichend? Dann hier noch einmal ganz langsam, zum Mitschreiben: Turisas verbreiteten – unter Einbeziehung des Publikums (ich sag nur ‚Rasputin’) - so viele Man’o’War-Rhapsody-Wohlfühl-Wellen, dass ich mir am nächsten Morgen sämtliche Turisas-Playlists auf Youtube reinziehen musste. Respekt, die Herren, Ihr habt mich zutiefst beeindruckt. Welchen Tonträger ich mir zum nächsten Geburtstag wünsche, dürfte klar sein.

Kommen wir jetzt zum Hauptakt des Abends: den Apokalyptischen Reitern. Eine Band, deren Verwandlung von Krachmachern in Musiker ich in den letzten Jahren mit Wohlwollen wahrgenommen habe.

Ja, dieses Konzert war großartig, auch wenn mir vorher noch nie aufgefallen war, wie sehr mich die Reiter eigentlich an die Toten Hosen gemahnen… vermutlich wegen der stadiontauglichen Refrains. Ja, die Bühnenshow war klasse, mit Fahne, Peitsche, Priestergewändern, Gasmasken und steampunkigen Irrenhauselementen. Ja, auch die Trackliste, die natürlich den Gassenhauer ‚Der Weg’ enthielt, war schön aus neuen und älteren Titeln zusammen gestellt, und die Stimme vom Fuchs ist live noch viel, viel großartiger als auf CD.

Leider, leider aber gab es zwei Dinge, die mich an jenem Abend ein wenig gestört haben: zum einen war der Sound nicht optimal gemischt. Dadurch fiel es mir ab und an schwer, die Vocals herauszuhören, und somit war’s Essig mit Mitsingen. Aber was mich noch mehr störte, war, dass gerade Dr. Pest – also das Stück, nicht der Mann – sehr rammsteinisch anmutete. Und so sehr ich Rammstein auch schätze: mir wäre lieber, die Reiter blieben die Reiter. Selbst, wenn das bedeutete, dass sie in Zukunft wieder mehr Krach machen ;).

Fazit: ein rundum zufriedenstellendes Musik- und Show-Paket. Solch gelungene Konzerte wünsche ich mir viel, viel öfters.

Moral & Wahnsinn

Moral & Wahnsinn: Akrea
Moral & Wahnsinn: Turisas
Moral & Wahnsinn: Die Apokalyptischen Reiter

Zum öffnen einer Galerie einfach anklicken.

Innerhalb der Galerie kann mit den Cursortasten navigiert werden.

Das erneute anklicken eines Bildes führt zu einer größeren Auflösung!


Impressum * Webrings *  abonnieren?

VIII. Amphi Festival