Wir schreiben den 14. September 2011. Zahlreiche Vertreter der Hartwurst-Szene haben sich gegen 18.30 Uhr bereits in der Saarbrücker Garage eingefunden, um sich von der ersten Band des noch jungen Abends eine gehörige Portion metallische Klänge um die Ohren brezeln zu lassen und ordentlich Stimmung zu machen.
SKULL FIST eröffnen mit ihren traditionell gehaltenen Heavy-/Speed-Hymnen. Obwohl man mich normalerweise nicht zu den Fetischisten hoher Kopfstimmen zählen kann, wussten die kanadischen Kuttenträger mit old-schooligem Charme, sympathischen Ansagen und einer gehörigen Portion Spielfreude zu überzeugen, wobei insbesondere die genialen Gitarrenharmonien von Jackie Slaughter (Gesang/Gitarre) und Jonny Nesta (Gitarre) erwähnenswert sind. Höhepunkt des Auftritts stellte das, allen metallischen Brüdern und Schwester gewidmete „No False Metal“ inklusive akrobatischer Huckepack-Einlage dar. So gab Nesta sein Solo auf den Schultern des Sängers sitzend zum Besten. Mit ein bisschen Übung lässt sich auf der nächsten Tour bestimmt auch die Scorpions-Pyramide umsetzen... Wir werden sehen! An dieser Stelle übrigens ein großes Lob an den Soundmenschen, der die Lauscher mit bemerkenswert klaren und differenzierten Klängen verwöhnte. So soll es sein!
Setliste Skull Fist
Für POWERWOLF folgte im Anschluss ein Heimspiel. Neben der Veröffentlichung ihrer vorzüglichen neuen Scheiblette „Blood Of The Saints“ dürfte hierin wohl der Grund gelegen haben zu meinen, der Headliner des Abends stehe bereits auf den Brettern. Geniale Stimmung, geniale Mucke, geniale Bühnenshow. Punkt. Die saarländischen Untoten sind in meinen Augen zurzeit dabei, mit ihrem melodisch-doomig angehauchtem Powermetal und dem augenzwinkerndem Gruselimage, ziemlich groß zu werden. Ihre Anhängerschaft wächst gemessen an den Publikumsresonanzen jedenfalls ständig. Nachdem sich Sänger Attila Dorn bei den Fans für den Eintritt des aktuellen Albums in die deutschen Albumcharts auf Platz 23 bedankte, kündigte er nach 45 sehr kurzweiligen Minuten sichtlich gerührt von dem frenetischen Jubel den Rauschmeißer „Lupus Dei“ an.
Setliste Powerwolf
Nach einer angenehm kurzen Umbaupause stürmte das Szenenurgestein GRAVE DIGGER nebst Reaper, der im Folgenden Dudelsack und Keyboard bediente, auf die Bühne. Zwar bot die Kultband um Chris Boltendahl zweifelsohne einen soliden Auftritt, allerdings ohne in Sachen Spielfreude und Energie an den letzten Garagen-Abstecher im Zuge der 2007er-Tour anknüpfen zu können. Irgendwie hatte ich die Band ein wenig mitreißender in Erinnerung. Im Vergleich zu den beiden Vorgängerbands gab es auch Abstriche im Sound zu verzeichnen, der zwar noch ganz in Ordnung war, allerdings ein wenig „breiiger“ rüberkam.
Setliste Grave Digger
Ob gerade SABATON im Zuge der Power Of Metal Tour den Status als Headliner zu Recht innehatte, möchte ich persönlich mal in Frage stellen. Na ja. Mein Ding waren die Schweden mit ihrem aufgesetzt wirkendem, martialischen Image jedenfalls noch nie, zumal die Kriegstexte und der (pseudo-) Armee-Look absolut gar nicht mit dem glattgebügelten Orchestral-Bombast-Sound der Truppe harmoniert. Der Fairness halber muss ich allerdings zugeben, dass SABATON bei einem nicht unwesentlichen Teil der angereisten Zuhörerschaft sehr gut ankamen und eine routiniert-bewegungsfreudige Show mit guter Lichtshow boten.
Setliste Sabaton
--------------------
Euer Brausi