Sacred Worlds and Songs divine Tour

Blind Guardian / Steelwing / Van Canto in der Arena in Trier

Nachdem im Spätsommer das von den Fans langersehnte neue Album der „Blinden Gardinen“ erschien, ziehen die Barden aus Krefeld nun ausgiebig durch internationale Lande, um das neue Material auch live unters Volk zu bringen. Am 02.10.2010, arbeitnehmerfreundlich an einem Samstagabend, beschallten BLIND GUARDIAN, im Vorprogramm von STEELWING und VAN CANTO unterstützt, die Arena in Trier.

STEELWING aus Schweden eröffneten pünktlich um 19.30 Uhr. Dabei wussten die Schweden mit ihren stark NWOBHM-beeinflussten Klängen nicht nur bei Traditionalisten zu punkten. Nach kurzem Intro legte die bewegungsfreudige Truppe in Leder- und Nietenoutfit  los und zeigte der gut gefüllten Arena, wo der Old-School-Hammer hängt. Gleichzeitig belegten die Jungs durch ihre frische Spielfreude, dass man in der Moderne angekommen ist. Mit „The Illusion“ oder „Sentinel Hill“ zog man das Publikum schnell auf seine Seite. Ein echter Hingucker war Sänger Riley in seiner stilechten Spandexhose. Ein Relikt aus längst vergangenen Zeiten, welches beim Schreiber dieser Zeilen Pellwurst-Assoziationen wachrief. Der Stoff aus dem Frauenträume sind… Nach dem bärenstarken Abschluss „Roadkill (…Or Be Killed)“ beendete man den sehr kurzweiligen Auftritt.

Wie auch der Vorgängerband stand VAN CANTO eine halbe Stunde Spielzeit zu, um  mit ihrem originellen A Capella Metal zu überzeugen. Vom ersten Song „Lost Forever“ an hatte die agile Band, bestehend aus einer Sängerin, vier Sängern und einem Schlagzeuger, die Menge voll im Griff und glänzte neben gelungenen Covern von Nightwish („Wishmaster“), Grave Digger („Rebellion“), Metallica („Master Of Puppets“) und Iron Maiden („Fear Of The Dark“) auch mit der Eigenkomposition „To Sing A Metal Song“. Leider ließ die Lightshow, wie bereits bei STEELWING arg zu wünschen übrig. Ein altbekannter Fluch von Vorbands, die für diesen Missstand wohl am wenigsten können. VAN CANTO ließen es sich dadurch allerdings nicht nehmen, amtlich abzuräumen. Der mehrmaligen Aufforderung von Sänger Sly, ordentlich Krach zu machen, kam das begeisterte Publikum jedenfalls gerne und ausgiebig nach. 

Nach einer dreiviertelstündigen Umbaupause, welche die rund 2000 angereisten Fans ungeduldig über sich ergehen ließen, wurde es endlich Zeit für BLIND GUARDIAN. Im wahrsten Sinne des Wortes fiel der Vorhang, hinter dem die sechs Musiker zum Vorschein kamen, um mit „Sacred Worlds“ einzusteigen. Die Reaktionen waren zunächst eher reserviert, was sich allerdings mit dem folgenden Klassiker „Welcome To Dying“ änderte, der zum Bangen und mitsingen einlud. Leider fiel auf, dass die Band im Vergleich zu früheren Jahren arg an ihrer Bewegungsfreude eingebüßt hat. Abgesehen von Gitarrist Markus Siepen, der wie gewohnt sehr bewegungsfreudig agierte, hätten sich die übrigen Gardienen in Sachen Kommunikation mit dem Publikum und Dynamik ein dickes Stück von ihren beiden Vorbands abschneiden können.
Zu gefallen wusste das zunächst verdeckt gehaltene Bühnenbild, welches sich erst im Laufe der Show vollständig entfaltete. Auf einer sich über den Musikern befindlichen Leinwand zeigte man Videoprojektionen, die sich thematisch immer am jeweiligen Song orientierten. Dies ging von einfachen Ornamenten über Darstellungen der Artworks und Albencover bis hin zu animierten Fantasyzeichnungen und Ausschnitten aus Videoclips („Voice In The Sky“). Eine imposante Lichtshow rundete dies zusätzlich ab. Höhepunkte der Show waren aus meiner Sicht „Valhalla“, welches bis in die letzte Reihe gegeistert mitgesungen wurde, das stimmungsvoll im Fackelschein vorgetragene „A Past And Future Secret“ sowie das von mir mit Spannung erwartete, im Zugabenteil platzierte  „Wheel Of Time“ vom neuen Album „At The Edge Of Time“. Letzteres dürfte den „blinden Wächtern“ bei der Liveumsetzung aufgrund des orchestralen Bombasts vor eine Herausforderung gestellt haben, die man allerdings beachtlich meistern konnten. Schade war nur, dass die Leadgitarren zu leise abgemischt waren, was den Hörgenuss ein wenig schmälerte. Nach „Imaginations From The Other Side“ entließen BLIND GUARDIAN nach fast zweistündiger Spielzeit eine dankbare und glückliche Fangemeinde nach Hause. Bleibt zu hoffen, dass man auf den nächsten Abstecher der Metal-Barden in unsere Breitengrade nicht wieder vier Jahre warten muss…

Setlist von Blind Guardian:
Sacred Worlds
Welcome To Dying
Born In A Mourning Hall
Nightfall
Fly
Time Stands Still (At The Iron Hill)
Traveler In Time
Valhalla
A Past And Future Secret
This Will Never End
A Voice In The Dark
Mirror Mirror
---
Lost In The Twilight Hall
The Bard's Song - In The Forest
Wheel Of Time
Imaginations From The Other Side

Euer Brausi

 

Blind Guardian Trier 2010
Steelwing Trier 2010
Van Canto - Trier 2010

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