Welle:Erdball waren zu Gast im Kammgarn Kaiserslautern, um uns mit dem Programm ihrer 2010er „Operation Zeitsturm“ Tour zu erfreuen.
Welle:Erdball agiert auf der Bühne mit vier Menschen und besteht aus dem Frontmann, Moderator und Sänger „Honey“, dem Klangtüftler und Tastenspieler „A.L.F.“ und natürlich den beiden hübschen Damen „Plastique“ und „Frl. Venus“, die neben ihrem Gesang und ihrer Choreografie auch für die Extraportion Weiblichkeit auf der Bühne sorgen.
Als wir so ca. um 19:40 Uhr vor Ort eintrafen, war es vor der Bühne noch relativ leer, sodass man als Fotograf noch einen guten Platz ergattern konnte. In der Zwischenzeit, bis zum offiziellen Beginn des Konzertes, konnten wir noch ein paar bekannte Gesichter und Kollegen begrüßen und uns noch bequem mit einem kühlen Getränk versorgen.
Honey erschien um kurz nach acht (also pünktlich)auf der Bühne und begrüßte die Menge. Daraufhin brandete der erste Applaus des Publikums auf, das mittlerweile auch den kompletten Zuschauerraum füllte. Die Hütte war voll und die Leute waren verdammt gut drauf, was im weiteren Verlauf des Konzertes immer wieder auffiel.
Während der ersten paar Lieder kam es wohl zu kleinen aber hartnäckigen Problemen mit der Monitorbeschallung, von denen man im Zuschauerraum aber eigentlich nichts mitbekam – bis auf eine Ausnahme, als ein gehöriges Rückkopplungspfeifen allen Anwesenden die Trommelfelle zu sprengen drohte… gottseidank hatten die Techniker aber relativ schnell am richtigen Regler gedreht, um den Misston in seine Schranken zu weisen. Von da an war der Sound klasse!
Die Setlist des Abends können wir leider nicht mehr im Detail wiedergeben, aber sie lässt sich ungefähr mit einem kurzen Wort umschreiben: ALLES
…die Band hat an dem Abend fast alles an bekanntem Liedgut rausgehauen, das sich irgendwo auf den bisherigen veröffentlichten Welle:Erdball Tonträgern finden lässt – unglaublich!
Ja, gut… es mag sein, dass es vielleicht doch noch das ein oder andere Lied gibt, das nicht gespielt wurde – aber wir hatten eigentlich keines vermisst!
Knapp 130 Minuten dauerte das Programm, das Welle:Erdball dem Auditorium auf die Ohren gab.
Die Bandbreite ging von härteren Songs wie „Arbeit adelt“ und „Alpha-Tier“ über eher selten gespielten Stücke wie „Hoch die Fahnen“ bis hin zum „Telegraph“ und „Graf Krolock“ und beinhaltete somit eigentlich alles, was das Hörerherz sich wünschen kann.
Auch gab es einige Neuheiten aus der kommenden CD „Operation Zeitsturm“ zu hören, die die Begleitmusik zum gleichnamigen Film enthält.
Das mittlerweile nicht mehr ganz so neue, aber wohl bekannte Lied „Ich bin aus Plastik“ durfte natürlich ebensowenig fehlen und wurde von der bezaubernden Plastique in gewohnt guter Manier dargeboten – was (mal wieder) von tosendem Beifall belohnt wurde.
Wer schon einmal auf einem Welle:Erdball Konzert war, wird es bereits kennen, und wer es noch nicht erlebt hat, wird angenehm überrascht sein.
„Es“ sind die kleinen Extras, die Welle:Erdball ihren Konzertbesuchern zugedeihen lässt, und die einfach für eine angenehme Stimmung zwischen Band und Publikum sorgen:
Die Rede ist von Seifenblasen, die "eigenmündig" von den Damen Plastique und Frl. Venus ins Publikum geblasen werden, von Konfettibomben, die zwischendrin gezündet werden, einer ganzen Staffel Papierflieger, die zur Einstimmung zu „Starfighter“ ins Publikum geworfen werden, oder einfach ein paar Wunderkerzen für eine romantischere Stimmung in den ersten Reihen.
Alles in allem eher „kleine“ Dinge – aber dennoch großartig in ihrer Einfachheit und ihrer Wirkung auf die Sympathien des Publikums. Wir fanden diese Gimmicks auch an diesem Abend wieder toll!
Der Name Welle:Erdball steht unter anderem für Nostalgie… Nostalgie, die sich nicht nur in der Optik der Künstler und in der Wahl der benutzten Worte findet, sondern auch (oder vor allem) in der Liebe zur Technik vergangener Tage.
So ist der Sound von Welle:Erdball ohne den Einsatz des guten alten Commodore C64 Heimcomputers schlichtweg nicht denkbar.
Und kein Konzert vergeht, ohne dass dieses hervorragende Stück Computergeschichte nicht seine lobende Anerkennung findet – ebenso wie eine Hommage an die „Super-8“ Filmtechnik, die auch an diesem Abend in Form des gleichnamigen Liedes erfolgte.
Zum Abschluss bleibt uns nur zu sagen, dass dieses Konzert mit Abstand das beste von Welle:Erdball war, das wir bisher erleben durften. Und ganz offensichtlich ging es dem Rest des Publikums ebenso - denn anders ist es nicht zu erklären, dass von Anfang bis Ende getanzt wurde und dass die Appläuse (schreibt man das so?) in einer Lautstärke kamen, dass auch Honey nicht umhin kam, grinsend anzumerken, man könnte glauben, man hätte es mit mehreren tausend Mann zu tun und nicht „nur“ mit ein paar hundert…
Vermutlich hat es Welle:Erdball ähnlich viel Spaß gemacht, denn sie gaben uns insgesamt dreimal Zugaben, die sich insgesamt bestimmt über eine halbe Stunde erstreckten.
Und ein kleines persönliches Dankeschön geht noch an Fr. Kuhn für die Möglichkeit, die Empore benutzen zu dürfen… das gibt immer wieder Fotos, die sich positiv von denen anderer Locations unterscheiden. (Wie man vielleicht auch an den Bildern sehen kann.)
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Welle:Erdball KL 03.2010
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